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Adventskonzert mit dem Ev. Kirchenchor und TonArt Hungen

Das Adventskonzert in der Hungener Stadtkirche ist ein fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Veranstaltungen.

(ivi) Für den Kirchenvorstand begrüßte Gertraud Brühl die Besucher deren letzte nur noch auf der Treppe Platz fanden. Nach exakt zehn Jahren vereinte das Programm den Kirchenchor unter Leitung von Elke Kleinert und TonArt, dirigiert von Thomas Bailley, zu einem gemeinsamen Konzert. Brühl wies darauf hin, dass statt Eintritt eine Spende erbeten werde, die dem Kinderchor zugute kommen soll. Seit dem letzten Jahr gibt es den Chor, obwohl im Haushalt der Kirche dafür keine Mittel vorhanden sind. Der Kirchenvorstand sähe diese Arbeit als sehr wichtig an und wolle den Kinderchor weiter aufbauen und sie dankte für Spenden, die immer wieder eingingen.



Zur Einstimmung hatte Elke Kleinert mit dem Kirchenchor sechs bekannte Weihnachtslieder ganz im strengen Stil der kirchenmusikalischen Vorlagen einstudiert. Einen akustischer Kontrast stellten dazu die Lieder dar, die TonArt dem Publikum bot. Diese Interpretationen konnten die Arbeitsweise von Thomas Bailly nicht verleugnen der dafür bekannt ist, seine Sänger und Sängerinnen jubelnd und sensibel, exzessiv und empfindsam auftreten zu lassen.

Hermina Schlichtmann an der Orgel zeigte sich als versierte Organistin, die im Laufe des Konzerts nicht nur einmal souverän bewies, welche Klangwirkung man dem Instrument entlocken kann, wenn man die entsprechende Fähigkeiten hat. So spielte sie zwischen den Chorauftritten „Wachet auf“ von Karg-Ehlert, bei dem der Orgelklang das Kirchenschiff bis in den letzten Winkel füllte. Verspielt und leidenschaftlich zeigte sich Schlichtmann bei „The first Nowell“ von C.P.P. Burton. Ihr Können forderte dann aber auch das Weihnachtsoratorium von Camille Saint- Saens . Bailly hatte eine Version für gemischten Chor, Solisten und Orgel ausgesucht.



Ursprünglich ist das Werk, das der französische Romantiker in elf Tagen geschrieben haben soll, für Orgel, Orchester und Harfe komponiert. Doch die Organistin hatte keine Schwierigkeiten die Vielseitigkeit der Orgel voll auszunutzen, um die ursprüngliche Version zu Gehör zu bringen. Und so lagen zurückhaltende und aufwühlende Orgelklänge, die zu hören waren, ganz im Sinne von Saint-Saëns. Das Werk besteht aus Psalm- und Evangeliumstexten, die zum Teil rezitiert und wie in einem Wechselgesang vom Chor übernommen werden. Dabei ergab sich eine stetige Steigerung, vom Solo im Wechsel mit dem Chor sukzessive bis zum Quintett der Solostimmen. Bemerkenswert waren die sauberen und nahtlosen Übergänge der Soli zum Chorgesang, wie überhaupt die hohe Stimmkultur und Tonsicherheit. Als Sopranistin bewährte sich hier Isolde Ebersohn ebenso wie die Mezzosopranistin Juliane Rascher und die gepflegte Altstimme von Anke Reinhardt.

Vortrefflich gelungen ist allen, den lyrischen, typisch französischen Charakter des Oratoriums zu vermitteln. Da begeisterte die volle Frische und der melodische und rhythmische Schwung des Chores, der sich als ein disziplinierter Klangkörper zeigte. Ein Beispiel dafür war der dramatische Ausdruck von „Quare fremuerunt gentes" und das folgenden „Gloria patri“. Beides eine echte Herausforderung für Chor und Dirigent. Und so war es selbstverständlich, dass nach dem fulminanten Abschlussakkord, stehender Beifall der Dank für alle Teilnehmer war. (Fotos: ivi)

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