"Genagelt ist meine Zunge an eine Sprache, die mich verflucht"
Zu einer literarischen Lesung anlässlich des Jahrestages der Novemberpogrome von 1938 lud der Freundeskreis Schloss Hungen, das Kulturamt der Stadt und die AG Spurensuche Hungen am Donnerstag, den 10. November 2005 um 20 Uhr in den Blauen Saal des Hungener Schlosses ein.
Eine Lesung aus dem literarischen Nachlass von Hilda Stern Cohen![]() |
Hilda Stern Cohen, geboren 1924 im oberhessischen Nieder-Ohmen, war gerade erst 21 Jahre alt, als sie den Holocaust überlebt hatte. Im Camp for Displaced Persons in Österreich musste sie auf ihre Auswanderung in die USA warten.
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Hilda Stern Cohen ist durch ihren literarischen Nachlass eine wichtige Zeitzeugin. Doch sie ist noch viel mehr. Zwischen Lyrik und Prosa, die Tod und Gewalt widerspiegeln, finden wir immer wieder poetische Zeilen einer liebevollen, manchmal sogar lächelnden Hinwendung zum Leben. - Durch die Veröffentlichung ihrer Gedichte wurde uns eine wunderbare deutschsprachige Dichterin geschenkt.
Hilda Stern Cohen starb 1997. Erst nach ihrem Tod fand Werner Cohen, ihr Mann, mit dem sie über 50 Jahre verheiratet war, die Schulhefte, in denen sie ihre Texte niedergeschrieben hatte. Im Vorwort des nun erschienenen Buches sagt er: "Die Texte, Lyrik wie auch Prosastücke, hatten allesamt gemeinsam, dass sie nicht zuerst die menschliche Vernunft, sondern das Menschliche im Herzen ansprachen... Dieses Buch bringt eine Dichterin zu Gehör, deren Worte trotz aller erlittener Pein lebensbejahend und erbauend wirken. Mögen ihre Leser Hoffnung für sich und Versöhnung für die Menschen darin finden."
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Lilli Schwethelm versteht es, die Texte von Hilda Stern Cohen ausdrucksstarkt und lebendig vorzutragen in einer Form, die es dem Zuhörer leicht macht, in die dramatische Welt der jungen Dichterin einzutauchen und Georg Crostewitz sorgt mit seinen einfühlsamen Kompositionen und den leisen, schwebenden Klängen seiner Gitarre für die Übergänge zwischen den Gedichten und gibt Zeit, das eben Gehörte zu denken.
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Wer die Lesung im Hungener Schloss verpasst hat, kann dies nachholen, und zwar am 16. November 2005 in Alsfeld im Markt-Cafe um 20.00 Uhr, am 29. Januar 2006 anlässlich der Eröffnung des Kulturzentrums in der ehemaligen Synagoge in Lich oder am 2. Februar 2006 um 20.00 Uhr in Friedberg im Wetteraumuseum.
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Für Alle, die nicht die Gelegenheit zum Besuch einer der Veranstaltungen haben, ist ein Hörbuch der Lesung auf CD erschienen. Diese können Sie zum Preis von 12,- €uro inkl. Porto und Verpackung bestellen beim:
theater mimikri
Postfach 1469
63644 Büdingen
oder Sie richten Ihre Bestellung per eMail an "lillis@mimikri.de".
Einen Artikel zum Gedenken an das Judenpogrom in Hungen lesen Sie im Gießener Anzeiger vom 12. November 2005:
"Auch heute wird Völkermord gefordert"
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