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Holz statt Erdöl oder Gas

Noch bis Ende Dezember können Sie Brennholz bei Ihrer Revierförsterei bestellen!

Während die Preise für Heizöl und Erdgas in diesem Jahr kräftig angestiegen sind, liegt der Preis für Brennholz seit Jahren auf einem nahezu gleich bleibenden Niveau. Bei den derzeit aktuellen Kosten für fossile Energieträger wird für manchen die Frage interessant, ob man sich nicht doch auch einmal nach Alternativen umsehen sollte.

Für denjenigen, der in seinem Haus noch einen Schornstein besitzt, der nicht für die mit Öl oder Gas betriebene Heizungsanlage genutzt wird oder den er vielleicht erst vor wenigen Jahren stillgelegt hat, bietet es sich an, diesen wieder in Betrieb zu nehmen, um beispielsweise einen Kaminofen zur Holzfeuerung daran zu betreiben.

Gute Gründe sprechen dafür. Zum einen der ökologische Gesichtspunkt, denn Holz ist eine CO2-neutrale und regenerative Energieform. Zum anderen aber – und das mag für viele den entscheidenden Ausschlag geben – ist die Holzfeuerung eine ökonomische Alternative, die hilft, die Heizkosten während der kalten Periode des Jahres zu senken.

Bei der Verfeuerung von Holz ist aber auch einiges zu Bedenken.
Neben dem Schornstein sollte auch ein geeigneter Platz zur Lagerung des Brennmaterials vorhanden sein, was meist nur bei Besitzern von Eigenheimen gegeben ist. Denn will man nicht das teurere vorgetrocknete Holz beim Händler erwerben, so muss Holz ausreichend lange trocken gelagert werden, bevor es verfeuert werden kann. (Sonst besteht die Gefahr der Entstehung von Glanzrus im Schornstein und als mögliche Folge davon der gefürchtete Kaminbrand, dem in früheren Zeiten nicht selten Fachwerkhäuser zum Opfer gefallen sind!)
Bei Eicheholz sind das unter Umständen drei Jahre, bei Buche hingegen reichen zwei Jahre trockener Lagerung aus. Birke kann bereits nach einem anhalten warmen Sommer nach dem Einschlag verfeuert werden.




Das Hessische Forstamt Grünberg hat ein Merkblatt herausgegeben (Stand: Herbst 2004) aus dem wir hier Auszüge veröffentlichen.

Brennholz aus dem heimischen Wald
Von den für Hungen zuständigen Revierförstereien in Bellersheim und Langd wird Brennholz in den folgenden Sorten angeboten:

Schichtholz
Meterlanges, grob vorgespaltenes Holz, aufgesetzt am befestigten Waldweg, in Raummetern (=Holzstoß mit 1m Kantenlänge)
Buche: 42 Euro je Raummeter
Eiche sowie anderes Laubholz: 35 Euro je Raummeter

Brennholz lang
Vier bis sechs Meter lange gut spaltbare Stamm- oder Kronenteile, am befestigten Waldweg abgelegt zur Weiterverarbeitung in Eigenleistung.
Buche: 25 Euro je Festmeter
Eiche sowie anderes Laubholz: 20 Euro je Festmeter

Leseholz
Nach Holzeinschlag liegen gebliebene Kronen können in Eigenleistung auf den Waldflächen aufgearbeitet und abtransportiert werden.
Buche: 10 Euro je Raummeter
Eiche und anderes Laubholz: 5 Euro je Raummeter


Das Brennholz wird nur nach vorheriger Bestellung bereitgestellt und sollte in den Monaten November und Dezember bei der zuständigen Revierförsterei bestellt werden, damit es bei den winterlichen Holzeinschlägen eingeplant werden kann.

Für die Kernstadt Hungen und die Hungener Ortsteile Nonnenroth, Bellersheim, Obbornhofen, Inheiden, Trais-Horloff und Utphe wenden Sie sich bitte an Herrn Wienchol von der Revierförsterei Bellersheim unter der Telefonnummer 06402-514942.
Für die Hungener Ortsteile Langd, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim und Villingen ist die Revierförsterei Langd zuständig. Wenden Sie sich dort bitte an Herrn Jungblut unter der Rufnummer 06402-1666.

Und hier noch einige Hinweise zum Thema Brennholz
Ein Raummeter Holz ist ein aufgesetzter Holzstoß mit einer Kantenlänge von einem Meter.
Da zwischen den einzelnen Holzstücken Zwischenräume bleiben, ist ein Raummeter nicht gleichzusetzen mit einem Kubikmeter reinen Holzes, sondern beinhaltet nur etwa 0,7 Kubikmeter, wohingegen ein Festmeter aus der Länge und dem Durchmesser von Stämmen rechnerisch hergeleitet wird und somit einem Kubikmeter massiven Holzes entspricht.

Ein Raummeter trockenes Buchenholz entspricht etwa dem Heizwert von 200 Litern Heizöl. Eichenholz ist noch etwas energiereicher, wird aber preiswerter abgegeben, da es schwerer zu bearbeiten ist. Esche und Birke eignen sich ebenfalls als Brennholz, erreichen aber nicht ganz den Brennwert von Buche.

Aus meiner Erfahrung mit einem Kaminofen heraus kann ich sagen, dass für einen durchschnittlichen Winter, wenn die Holzheizung zusätzlich zur vorhandenen Zentralheizung eingesetzt wird, ca. drei bis vier Raummeter Holz ausreichen, um eine Wohnfläche von etwa 50 qm mollig warm zu bekommen. Soll eine Wohnung von 80 qm ausschließlich mit Holz beheizt werden, müssen Sie mit ca. 10 bis 15 Raummetern Holz rechnen – je nach Isolierungszustand des Gebäudes und Ihrem persönlichen Wärmeempfinden - um gut durch den Winter zu kommen. Jetzt können Sie sich selbst die finanziellen Einsparungen gegenüber Heizöl oder gar Erdgas ausrechnen!

Wichtig!
Wenn Sie Brennholz vor Ort (im Wald) in Eigenleistung aufarbeiten wollen, so ist ein „Führerschein“ für die Kettensäge erforderlich. Nur mit einem Nachweis über einen solchen Schein können Sie bei Ihrer Revierförsterei entsprechendes Holz bestellen. Ein Lehrgang zum Erwerb des Kettensägen-Führerscheins kann beim Forstamt in Grünberg belegt werden. Die Termine und Lehrgangsgebühren erfragen Sie bitte dort.
Hinzu kommen die Kosten für die vorgeschriebene Schutzbekleidung, die aus Schnittschutzhose (ca. 50,- Euro), Helm, vorschriftsmäßigem Schuhwerk, einer Schutzbrille und einem Gehörschutz besteht. Diese Schutzbekleidung sowie das Mitbringen einer eigenen Kettensäge sind auch Voraussetzung, um am Lehrgang teilnehmen zu können.

Besitzen Sie keinen solchen Schein, so kommt für Sie im Grunde nur der Kauf von Schichtholz (Meterholz) in Frage, das Sie nach dem Abtransport aus dem Wald zu Hause durch einen entsprechend ausgerüsteten Betrieb für Ihre Belange aufbereiten lassen.