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Deutliche Kritik an sozialpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung

Gegen die aus Sicht des Sozialverbands VdK unsoziale Ausgestaltung von politischen Reformvorhaben wandte sich am Samstagnachmittag der Ortsverband Inheiden mit ihrem Vorsitzenden Heinz-Joachim Schäfer.

(tr) In der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte „Zum Hindenburg“ hatte Schäfer zunächst die stellvertretende Kassiererin des Kreisverbands Waltraud Diederich aus Bellersheim als Gast begrüßt und dann den zahlreichen Anwesenden erläutert, mit welchen Themen der VdK sich derzeit beschäftigt.

Exemplarisch nannte der erste Vorsitzende des Ortsvereins Inheiden, der gleichzeitig Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft VdK Horlofftal ist, die Gesundheitsreform. „Unserer Meinung nach sollte eine Reform nach Zielen wie der Stärkung der Solidarität zwischen alten und jungen, gesunden und kranken Menschen, zwischen Einkommensstarken und Einkommensschwachen ausgerichtet sein“. Zudem soll die Versorgungsstruktur bedarfsgerecht weiterentwickelt werden und ein fairer Wettbewerb innerhalb der gesetzlichen sowie zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung erreicht werden.

Zur Rente mit 67 Jahren äußerte Schäfer, dass der VdK nicht generell gegen eine solche Anhebung des Renteneintrittsalters sei, doch die „Regelung greift viel zu kurz und wird die Probleme der Rentenversicherung nicht lösen“. Vielmehr seien Ansätze zur Altersteilzeit der richtige Weg, aber auch die Arbeitgeber seien gefordert, älteren Arbeitnehmern eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Ohne solche Ergänzungen bedeute die derzeitige Regelung eine „reine Rentenkürzung“.


Foto: Die stellvertretende Kassenwartin des VdK-Kreisverbands Waltraud Diederich, die Geehrten Ilse Albach, Elisabeth Gralka, Gisela Müll, Erna Euler und der erste Vorsitzende Heinz-Joachim Schäfer. (Foto: tr)

Zur Grundsicherung für Arbeitssuchende – also Hartz IV oder besser ALG II – sagte der Vorsitzende, dass der Beratungsbedarf der VdK-Mitglieder nicht abbrechen werde. „Als sozialpolitische Lobby müssen wir aus der Praxis heraus die Schwachstellen der Gesetzesregelung aufspüren und diese wiederum den politisch Verantwortlichen vor Augen führen“, so Schäfer. Er erwähnte des Weiteren das Musterstreitverfahren des VdK-Bundesverbandes gegen den Sonderbeitrag zur Krankenversicherung in Höhe von 0,9 Prozent, gegen den Beitragszuschlag bei der Pflegeversicherung von kinderlosen Versicherten und gegen die Krankenversicherungsbeiträge aus Versorgungsbezügen. Schließlich habe der Verband auch dazu aufgerufen, Widerspruch gegen die Rentenabschläge bei Erwerbsminderungsrenten einzulegen beziehungsweise einen rechtsmittefähigen Bescheid anzufordern.

Auch die Förderung des Ehrenamts sei ein zentrales Anliegen des VdK. Ehrenamtliche nähmen zentrale Aufgaben des Staates wahr, ergänzten und unterstützten sie. Dazu müsse der Staat aber auch Rahmenbedingungen schaffen, die die Bereitschaft der Bürger erhöht, freiwillig zu helfen. Gefordert werden hier Aus- und Fortbildungsprogramme für Ehrenamtsinhaber.

Schäfer sprach bezüglich der verbandspolitischen Themen von „einem erfreulichen weiter andauernden Verjüngungsprozess“ des VdK. Das Durchschnittsalter der Neumitglieder liege bei rund 54 Jahren: „Das zeigt, dass wir zunehmend für alle Generationen – insbesondere für die mittlere – eine wichtige Interessenvertretung sind“. Im Inheidener Ortsverband sind derzeit 140 Mitglieder organisiert, was einen Zuwachs von neun Mitgliedern seit der letzten Hauptversammlung bedeutet. Für die Mitglieder hat der Ortsverband acht gemütliche Nachmittag und eine Weihnachtsfeier ausgerichtet, 41 Mitglieder wurden an Geburtstagen durch Vorstandsbesuche geehrt sowie ein Grill- und ein Wandertag ausgerichtet. Darüber hinaus besuchten Mitglieder des Ortsverbands den Grilltag des Arbeitskreises VdK Horlofftal in Trais-Horloff sowie das Oktoberfest in Inheiden, das ebenfalls vom Arbeitskreis ausgerichtet wurde.

Anschließend erinnerte Schäfer noch an die im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder Willi Reuling und Elisabeth Schäpke und wies auf das verbesserte Dienstleistungsangebot des VdK-Landesverbandes hin, das die Bereiche Barrierefreiheit, Internet und Pressearbeit umfasst. Zudem soll in Kooperation mit erfahrenen Finanzexperten Versorgungslücken im Alter vorgebeugt werden.

Für langjährige Mitgliedschaft zeichnete der erste Vorsitzende folgende Mitglieder aus: Für zehn Jahre im Verein erhielt Ilse Albach eine Auszeichnung, Horst Gaumann war nicht anwesend, ebenso wie die für 25 Jahre ausgezeichnete Chrstel Hublitz. Für je 40 Jahre im VdK wurden Elisabeth Gralka und Gisela Müll ausgezeichnet, Marie Wolf und Herbert Rupp waren ebenfalls nicht anwesend. Und schließlich wurde noch Erna Euler für 55 Jahre Treue zum VdK geehrt. Danach gab Brunhilde Schröder ihren Kassenbericht ab, woraufhin die Versammlung den Vorstand entlastete.

Im Anschluss an die Grußworte von Waltraud Diederich sprach der stellvertretende Vorsitzende Wilhelm Koch die Schlussworte der Versammlung.

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