HUNGEN – WIEN 800 km non-stopp!
Völlig durchnässt aber glücklich und körperlich erstaunlich fit, trafen die Hungener Radfahrer am Mittwoch, 24.6.2009, nach 792 Kilometern in der österreichischen Hauptstadt ein.
(mg) Zu dem Vorsitzenden des RV Germania 1912 e.V. Hungen, Carsten Butteron und seinem Vorstandskollegen, RTF-Fachwart Carsten Beinecke hatte sich in letzter Minute noch der Extremradsportler Norman Freitag gesellt, der die beiden auch im vergangenen Jahr nach Südfrankreich begleitet hatte. Die drei waren am Tag zuvor kurz nach 6 Uhr in Hungen gestartet.
Dank dem Aufruf im Internet und in der Lokalpresse war es ihnen gelungen, ein 3-köpfiges Betreuungsteam zu finden. Rudi Hohmann aus Alten-Buseck, der schon mit Rudi Altig Touren gedreht hat, Siggi Kissmann, ehemaliger CTF Fachwart aus Grünberg und die Gießenerin Manuela Giorgis, u.a. Spinning-Master-Instructor, „Aushilfs„-Masseurin und Futter-Organisatorin, waren sich untereinander völlig fremd. Umso erstaunlicher, dass sie sich als perfektes Team herausstellen sollten. Sie lasen den Radlern jeden Wunsch von den Lippen ab. Diese brauchten nur ihre Trinkflasche hochzuhalten, schon fuhr der Servicewagen von hinten an und fragte nach den Getränkewünschen. Bananen, Schoko- oder Powerriegel – alles kam bereits geschält und verzehrbereit aus dem Seitenfenster. Dadurch konnten die Pausen auf ein Minimum beschränkt werden und – von Pipistopps abgesehen – hielt man erstmals kurz vor Würzburg für eine etwas ausgedehnte Verpflegungspause an.
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Dieser wurde dazu genutzt wurde, trockene Klamotten anzuziehen und die Räder mit Beleuchtung auszustatten. Der Tacho zeigte 350 Kilometer und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31 km/h an. Die Gruppe machte auf Anweisung von Manuela Strechting Übungen und die Radler erhielten kurze Massagen, bevor es wieder weiterging. Regensburg machte seinem Namen alle Ehre und fast gespenstisch fuhren die drei Radler gefolgt von ihrem Motivationsteam im VW-Bus über die Landstraßen durch die Nacht. Der Regen wurde zum Freund erklärt und damit der innere Schweinehund bezähmt.
Kurz hinter Passau wurde nach Mitternacht die Grenze überquert und selbst nach 600 Kilometern lag der Schnitt immer noch bei 30 km/h. Gegen 5.30 Uhr sah man in der Nähe von Linz eine Bäckerei wo schon Licht brannte und die Radler überredeten die Inhaberin, ihnen bereits eine Stunde vor Ladenöffnung, ein Frühstück zu servieren. Dies war übrigens das erste und auch gleichzeitig das letzte Mal, dass die Radfahrer auf ihrer Tour eine andere Sitzgelegenheit benutzten, als den Fahrradsattel. Es waren zwar Stühle und Tische an Bord, aber das Wetter lud einfach nicht dazu ein, diese auch zu benutzen.
Durch die langen und starken Niederschläge trat jetzt immer öfter die Donau aus ihrem Bett und setzte Straßen unter Wasser. Orte waren gesperrt, was zu einigen Umwegen führte, die aber dadurch kompensiert wurden, dass die Akteure am Ende quer durch den Wiener Wald fuhren. Hier waren – nachdem bereits 750 Kilometer hinter den Radlern lagen – kilometerlange Steigungen mit bis zu 17 % zu bewältigen. Konnte man bis dahin von einem fast durchgehenden Landregen reden, blies der Himmel auf dem Berggipfel zum Finale: Sintflutartig und wie aus Kübeln krachte der Regen auf die Radfahrer herunter, die sich auf ihren zwei Zentimeter breiten Rennradreifen den Berg hinabstürzten, wohl wissend, dass es Aquaplaning beim Rennrad nicht gibt.
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Der Tacho zeigte nach fast 6.000 Höhenmetern und 792 Kilometern eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27,3 km/h. 34 Stunden nach ihrer Abreise in Hungen beglückwünschten sich die Hobbyradler zu dieser Leistung und bedankten sich bei ihrem Begleitteam für deren ausgezeichnete Betreuung und Unterstützung. Die Heimreise wurde einen Tag später angetreten. Wie geplant mit dem PKW, denn vom Radfahren hatten alle erst mal genug.






