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Viele Gäste kamen am ersten Samstag im Dezember zum Vereinsjubiläum des VNULL Langd

Der Verein für Vogel-, Natur- und Umweltschutz, Landschaftsschutz und Landschaftspflege Langd e.V. - in Kurzform „VNULL Langd“ feierte am Samstagabend im Langder Bürgerhaus sein 25-jähriges Bestehen. Dazu hatte der Verein nicht nur zahlreiche Gäste eingeladen, sondern auch viele Langder waren gekommen, um dem Verein, der wie kein anderer in Langd entscheidenden Anteil an der Bewahrung von Natur und Vogelwelt in Langd hat, zu gratulieren.




Gerhard Fritz, Vorsitzender Bodo Fritz, Helmut Kammer, Günther Beilner, Walter Leidner, Ludwig Rudolf Fritz, Werner Rühl und „Vize“ Harald Fritzges. (Foto tr)

Vorsitzender Bodo Fritz begrüßte Vertreter befreundeter Naturschutzgruppen, der Langder Ortsvereine, der städtischen Gremien, Pfarrer Holger Fritz, für den NABU-Kreisverband Giessen Herrn Dr. Achim Zedler und Herrn Erhard Thörner für die HGON-Gruppe Giessen.

Zweiter Vorsitzender Harald Fritzges erinnerte in Form einer Power-Point-Präsentation an die vergangenen 25 Jahre: „Im Juli 1981 trafen sich 11 Langder Bürger und fassten den Beschluss der Vereinsgründung. Dies wurde dann am 7. März 1982 realisiert und Ludwig Rudolf Fritz wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. In 1984 trat der Verein dem heutigen NABU – damals DBV bei.

In den folgenden Jahren nahmen die Vereinsmitglieder zahlreiche Natur- und Vogelschutzprojekte in Angriff. Es wurden Nistkästen gezimmert und in der Gemarkung aufgehängt. Auch Baumpflanzaktionen fanden statt. Im Juni 1984 fand die erste Sonnenwendfeier statt. Seit 1985 gibt es die Winterwanderung, mittlerweile fest terminiert auf den 1. Januar, mit Start jeweils um 12.30 Uhr am Vereinsheim im Schotterweg. Die erste große Aktion, die es zu bewältigen gab, war Wirbelsturm Wiebke in 1990. Die Aufräumarbeiten am Katzenberg erforderten hohen Einsatz, denn viele Bäume hatten dem Sturm nicht standgehalten. Der Amphibienteich am Barbarossabrunnen wurde noch im gleichen Jahr angelegt.

Im Jahr 1992 feierte Langd sein „750-jähriges“ Bestehen. Mit zahlreichen Veranstaltungen war auch der VNULL daran beteiligt – u. a. mit einem Grenzgang und Dreschen mit der Dreschmaschine. Der nicht mehr benötigte Wasserhochbehälter wurde im gleichen Jahr noch zu einem Fledermausquartier umgebaut.

Seit 1993 ist der Verein am Brunnenfest in Langd beteiligt - Dienst im Getränkewagen; Ausstellung über die Arbeit und Aktionen - und auch bei der Umweltausstellung, die in der Stadthalle Hungen, gemeinsam mit den weiteren Hungener Naturschutzgruppen veranstaltet wird – nicht nur als Aussteller sondern auch in der Mitorganisation. In dem zugehörigen Umweltwettbettbewerb, von der Stadt Hungen ausgeschrieben, war man stets bei den Preisträgern.

Seit 1994 sind der heutige Vorsitzende Bodo Fritz und auch sein Stellvertreter Harald Fritzges bereits im Amt. Eine der ersten Amtshandlungen war die Gründung einer Kindergruppe noch in 1994. Deren Leitung liegt noch heute in den Händen von Marion Merkel. Im Jahr 1995 folgte die Aufteilung der älteren Kinder in die neue Jugendgruppe. Bereits in 1994 waren auch die Voraussetzungen erfüllt, dass die „alte Schultoilette“ der Langder Grundschule zum Vereinsheim umgebaut werden durfte. Nicht nur, dass die Arbeiten in Eigenleistung erbracht wurden, es flossen auch noch Vereinsmittel mit in die Fertigstellung, so dass im April 1996 das Gebäude eingeweiht werden konnte.

Im Rahmen der Flurbereinigung zwischen 1998 und 2001 wurden einige Ideen mit umgesetzt. Hier in erster Linie zu nennen das Feuchtbiotop „am Windhöfchen“ und die Entbuschung des Langder Hausberges „Köpfel“. Hier geht es darum, den vorhandenen Magerrasen samt vielen bereits gefährdeten Pflanzenarten ihren Lebensraum zu erhalten. Auch die Freiwillige Feuerwehr ist hier mit Einsätzen beteiligt.

Gemeinsam mit der Flurbereinigung wurden entlang des Biebergrabens Pfosten gesetzt, die es den Landwirten erleichtern, die Grundstücksgrenzen der Ackerflächen einzuhalten.

Bezüglich des Steinbruches ist es dem Verein gelungen, den vom letzten Besitzer geplanten weiteren Abbau einschließlich der nachträglichen Verfüllung mit Bauschutt zu verhindern. Mittlerweile wurde das Gelände in 2005 durch die NABU-Stiftung „Hessisches Naturerbe“ erworben und dem VNULL das Hausrecht übertragen.

Zu den Pflegemaßnahmen, für die der VNULL verantwortlich zeichnet – hier in erster Linie zu nennen das Streuobstgebiet „Kirschallee“ -, kommen zahlreiche Exkursionen, Vogelstimmenwanderungen, Grenzgänge und auch immer wieder Fachvorträge – im eigenen Vereinsheim, als auch bei gemeinsamen Veranstaltungen der Hungener Ortsgruppen.

Die Kinder- und Jugendarbeit steht nach wie vor an erster Stelle. Aus der Nachwuchsgruppe sind bereits etliche Mitstreiter erwachsen. Im zu Ende gehenden Jubiläumsjahr hat der Verein 206 Mitglieder, darunter 38 Aktive. Die Kindergruppe zählt 21 und die Jugendgruppe 29 Mitglieder.“

Bodo Fritz dankte seinem Stellvertreter für diese Revue der 25 Jahre. Weiterer Dank ging an die Freiwillige Feuerwehr Langd und an Mitglieder der Tanzgruppe „Disturbance“ für die Bewirtung an diesem Abend.




Nach einem Tanz der „Black Jerrys“ des SV Langd stand die Ehrung der Gründungsmitglieder an. Hier ist als erstes Gerhard Fritz zu nennen, der bis heute noch das Amt des Rechners innehat und der Ehrenvorsitzende Ludwig Rudolf Fritz. Weitere Gründungsmitglieder waren Helmut Kammer, Günther Beilner, Walter Leidner, Werner Rühl und Albert Walther.

Bürgermeister Klaus Peter Weber dankte auch namens des Stadtverordnetenvorstehers Helmut Algner dem Verein für die beispielhaft geleistete Arbeit in den 25 Jahren. Seine Rede stellte Weber unter das Motto einer afrikanischen Spruchweisheit: „Wenn viele kleine Leute in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, kann man das Gesicht der Welt verändern“. Dies treffe auch auf die Arbeit des VNULL zu, habe er doch in vielen kleinen Schritten Großes erreicht. Bürgermeister Weber nannte hier beispielhaft das Anlegen von Biotopen, die Sicherstellung des Steinbruchs als Naturbiotop oder die Renaturierung des Köpfels. „Dem Verein ist etwas gelungen, was kaum einem Verein gelingt, er hat den Naturschutz attraktiv gemacht. Aber es ist noch viel zu tun“, wusste Weber. Er wünschte sich, der Verein möge sich weiter für den Erhalt der Umwelt einsetzen; in Langd und über dessen Grenzen hinaus im Verbund mit anderen Naturschutzgruppen. „Denn wir Menschen sind auf eine intakte Umwelt angewiesen, und es liegt an uns wie wir damit umgehen“.

„Der VNULL ist aus Langd nicht mehr wegzudenken“, so die Aussage von Ortsvorsteher Walter Gerhardt. Auch er dankte dessen Mitgliedern für das Geleistete – für das Dorf und seine Bürger.

Dem Vereinsvorstand wurde von Pfarrer Holger Fritz eine „Rose von Jericho“ überreicht. Diese Rose sehe wie tot aus, wenn man sie aber gieße, erstrahle sie immer wieder in voller Blüte. „Also ein zartes Pflänzchen, das wie die Umwelt auf eine Pflege nicht verzichten kann“.

Für den NABU – Kreisverband brachte Dr. Achim Zedler seine Freude zum Ausdruck. Durch den Kauf des alten Steinbruches bestehe eine besondere Beziehung zum VNULL. Er zeigte sich erfreut darüber, dass der Verein nicht nur viele Mitglieder, sondern auch Freunde im Ort habe, dies sehe man auch immer wieder bei Einsätzen. Weiter sagte Zedler, dass es wichtig sei, dass es auf lokaler Ebene Vereine gibt die sich der Umwelt annehmen.

Auf eine langjährige Verbundenheit mit der HGON-Gruppe Giessen konnte Erhard Thörner verweisen. Es sei schon fast selbstverständlich, dass man sich bei Arbeitseinsätzen gegenseitig unterstütze. Als Gastgeschenk überreichte er das Buch „Wetterau“ aus der Reihe „Natur in Hessen.

Weitere Grußworte übermittelten Vertreter befreundeter Naturschutzvereine, nicht nur aus der Hungener Großgemeinde. Auch Vertreter der Langder Ortsvereine überbrachten Grüße und wünschten sich die weiterhin gute Zusammenarbeit auf örtlicher Ebene zum Wohle des Dorfes.

Im Anschluss an den offiziellen Teil war es Alleinunterhalter Gerd Albohn, der mit seiner Musik zum geselligen Beisammensein einlud.

Der Vorstand des Naturschutzvereins VNULL Langd bedankt sich bei allen Gästen des Abends für ihren Besuch und lädt schon jetzt zur Teilnahme an den Veranstaltungen im neuen Jahr 2007 ein.

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