2. Teil des Grenzgang zum 25-jährigen Vereinsjubiläum des VNULL Langd
Der Einladung des Naturschutzvereins VNULL Langd zum 2. Teil des Grenzganges waren bei optimalem Wanderwetter circa 40 Personen gefolgt. Nachdem im April dieses Jahres die Wanderung entlang der Gemarkungsgrenze in der Wetterauer Region durchgeführt wurde, führte die Strecke diesmal entlang der Gemarkungsgrenze im östlichen, Vogelsberger Gebiet.
(VNULL) Um die Strecke für die Wanderer zu erleichtern, wurde die Gruppe mit einem Bus bis zur Gemarkungsgrenze in der Dornbach gefahren. Dort wurde die Gruppe vom 2. Vorsitzenden des Vereins, Harald Fritzges, welcher entlang der gesamten Strecke interessante Informationen über die Gemarkung zu bieten hatte, begrüßt.
In der Dornbach und im Waldbezirk „Eisenkaute“ wurde bis in die 50er Jahre in der „Grube Abendstern“ von Fa Buderus Eisenerz im Tagebau abgebaut. Den Teilnehmern wurde anhand von historischen Bildern dargestellt, wo und wie der Tagebau betrieben wurde.
Während des Krieges lebten in den Häusern des Bergwerkes Evakuierte aus Frankfurt, unter anderem auch Herr Prof. Triebel vom Senckenbergmuseum Frankfurt, der in der Dornbach seine Forschungsarbeiten weiterführte und Exponate des Museums dort lagerte.
Das letzte Abbaufeld wurde später zur Mülldeponie umfunktioniert und dient bis in die heutige Zeit als Bauschuttdeponie. Das Abbaufeld „Eisenkaute“ wurde teilweise mit Abraum des Tagebaus verfüllt und ist heute ein Feuchtbiotop.
Die Wanderung führte nun entlang der Grenze zu Villingen zu der größten Waldwiese in der Gemarkung, genannt „Im Waldfeld“ oder „Rundwiese“. Alle Waldwiesen in Langd sind an einer Quelle gelegen und es ist davon auszugehen, dass sie bis ins 18./19. Jhd. von Köhlern bewohnt waren, die Holzkohle für die Eisenerzeugung herstellten. Den Teilnehmern wurde die Holzkohleerzeugung und die harte Arbeit von Köhlern dargestellt.
Im nächsten Abschnitt musste die Gruppe einen anstrengenden Anstieg bewältigen. Die Strecke führte an historischen Grenzsteinen vorbei zum höchsten Punkt in der Gemarkung. An der Grenze, einige Meter innerhalb der Gemarkung Ulfa liegt „die Hubbe“, die mit 289,1 m die höchste Erhebung der Gegend ist. Auf der Hubbe stand bis in die 40er Jahre ein Holzturm, so dass das Gebiet heute noch Beim Turm“ genannt wird. Am höchsten Punkt gab es für alle Wanderer für die Mühe des Aufstieges einen „Gipfelschnaps“.
Nun führte die Strecke entlang der Kreisgrenze zum Wetteraukreis durch den Hegewald. Im Hegewald liegen die Waldwiesen „Lappenwiese“, „Sausuhl“ und „Döpferwiese“. Vor erreichen des Ulfaer Feldes passierte die Gruppe den ehemaligen Niddaer Judenfriedhof, wo bis 1831 Niddaer Juden bestattet wurden.
Im Ulfaer Feld in der Nähe des heutigen „Dr. Metzler-Brunnen“ machte die Gruppe Rast. Der 1. Vorsitzende Bodo Fritz hatte für reichlich Stärkung gesorgt. Der „Dr. Metzler-Brunnen“ war im Mittelalter der Dorfbrunnen der Wüstung Reckenhausen und ist die Quelle des Langder Biebergrabens. Der Weg führte nun am Waldrand entlang zu „Häsels“ und „Biegenberg“. Die Grenze quert hier die Straße Langd-Ulfa und führt entlang der Grenze zu Rabertshausen zum Wäldchen „Merluh“ und damit zum Ausgangspunkt des ersten Grenzganges.
Am Grenzpunkt Langd-Rabertshausen-Ulfa wurde 1671 ein Mörder begraben, der in Langd 3 Personen „in ihren Betten mit der Axt erschlagen und zermetzelt“ hatte. Hier verließ die Gruppe die Grenze, um zum letzten Punkt der Wanderung an den „Vorderen Häsels“ zu gelangen. Vo hier hat man eine hervorragende Sicht über Langd und die Wetterau.
Zum Abschluss gab es für die Teilnehmer, insbesondere für die Teilnehmer an beiden Wanderungen zur Erinnerung an den Grenzgang eine Urkunde. Die Wanderer dankten den Veranstaltern und dem Führer der Wanderung für die gute Organisation und die sehr informative Führung.
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