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Samstag 05.07.08, 24.4°C
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Vogelstimmenwanderung mit dem Naturschutzverein VNULL Langd

Der Einladung der Nabu Gruppe Langd zur morgendlichen Wanderung waren 30 Personen, nicht nur aus Langd, sondern auch Mitglieder befreundeter Naturschutzgruppen gefolgt.

Unter der fachkundigen Leitung von Dipl. Agrar. Martin Hormann von der staatl. Vogelschutzwarte Hessen – Rheinland-Pfalz und Saarland, begab sich die Gruppe, angeführt von Bodo Fritz, auf Entdeckungstour.

Bereits am Vereinsheim wurde festgestellt wie wichtig hohe grosskronige Bäume auch im Dorfbereich sind, denn sie bieten bereits vielen Arten, u. a. Wacholderdrossel, Amsel, Stieglitz, Bluthänfling als Bewohner dieser Bäume, Nist- und Brutmöglichkeiten. Hier kamen bereits über 10 Arten zusammen. Die Wanderstrecke führte vom Vereinsheim Richtung Schulecke und Dorffrieden. Oberhalb des Friedhofes entlang wurde die "Hohl" erreicht. In den noch gut erhaltenen Naturgärten waren weitere Arten feststellbar, u. a. der Gartenbaumläufer, dessen Gesang belauscht werden konnte. Unterhalb der Hohl befinden sich große Wiesenflächen mit altem Streuobstbestand, auch Brut- und Jagdrevier für den Steinkauz. Der weitere Weg führte Richtung Hiesbach, wo ein jagender Baumfalke die Aufmerksamkeit auf sich zog. Da das Waldgebiet "Stiller Berg" nicht bewirtschaftet wird, hier also sehr viel Alt- und Totholz vorhanden ist, stellt es ein optimales Brut- und Jagdgebiet dar, dass man davon ausgehen kann, das der Baumfalke hier auch brütet.



Exkursionsleiter Martin Hormann gibt Informationen zu den gerade gehörten Vogelstimmen
Weiter führte der Weg Richtung Häsels an dichtem Heckengebiet entlang, wo auch Heckenbraunelle und Dorngrasmücke mit ihren Gesängen belauscht werden konnten. Auf einer Stillegungsfläche überraschten uns mehrere Braunkehlchen und zwei Steinschmätzer, die sich noch auf dem Durchzug befinden. Auf dem Köpfel wurden nicht nur Vögel belauscht, sondern auch eine hohe Pflanzenvielfalt (u. A. eine Orchideenart, das Knabenkraut) bestaunt. Wolfgang Wagner, ebenfalls unter den Teilnehmern, konnte dazu der Gruppe interessante Informationen geben.

Der viele Regen der letzten Wochen hat die vorhandenen Wasserlöcher gefüllt, was ein Stockentenpaar zu dessen Besuch einlud.

Mit Verwunderung musste die Gruppe dann zur Kenntnis zu nehmen, dass am Nachbargrundstück zwischen Köpfel und Steinbruch eine sehr starke Heckenrodung durchgeführt worden war, die nicht dem Sinne des Natur- und Artenschutzes entspricht. Oberhalb des Steinbruches entlang konnten die Teilnehmer über eine nicht gut ausgeführte Benjeshecke, durchsetzt mit Baumstämmen nur staunen.

Weiter ging es Richtung Fuchsloch, ein sehr wertvolles Heckengebiet, mit Vorkommen von Mönchsgras- und Klappergrasmücke. Erfreut zeigten sich die Teilnehmer hier, den schönsten Vogelgesang einer Nachtigall belauschen zu können.

Durch das Aufziehen einer Schlechtwetterfront führte der weitere Weg direkt zum Vereinsheim, wo die Wanderer wieder ein tolles Frühstück erwartete.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass eine solch hohe Artenvielfalt weiterhin nur erreichbar ist, wenn auch die Landschaftliche Struktur in Ordnung bleibt. Wichtig sind auch intakte Streuobstgebiete in den nächsten Jahren. Auch die vorhandenen Vernetzungsstreifen, von Martin Hormann sehr begrüßt, bieten vielen Arten ein Rückzugs- und Brutgebiet in der bewirtschafteten Agrarlandschaft. Insgesamt wurden 55 Arten gesehen und gehört.


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