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Das Lied als Schlüssel zur Freundschaft

Seit 1986 pflegt der Gesangverein „Liederkranz“ Hungen freundschaftliche Kontakte zum Chor „Zaboj“ in Pelhrimov in Südböhmen. Dieser Tage starteten die Hungener zur fünften Konzertreise gen Süden.

(rs) Das gut besuchte Gemeinschaftskonzert am 20. Juni in der St. Veits Kirche bildete den Höhepunkt einer mit kulturellen und touristischen Einlagen gespickten Fahrt.



Dabei hatte es in den ersten Jahren gar nicht so ausgesehen, als ob die Beziehung von Dauer sei. 1986 mussten die Chormitglieder bereits ausgehängte Plakate auf Geheiß der Bezirksregierung wieder einsammeln. Während seiner Zeit das Konzert im Theatersaal ein volles Haus aufwies, tummelten sich auf einer Gegenveranstaltung der Bezirksregierung ganze 10 Besucher. Über alle Barrieren hinweg siegte schließlich der Wille der Menschen, sich über das Lied zu verständigen.




Für den erkrankten Chorleiter Jürgen Schöffmann sprang Ingeborg Stark ein. Sie hatte ein anspruchsvolles Programm zusammen gestellt, das im 1. Teil mit geistlichen Werken und im 2. Teil mit Volksliedern und Ohrwürmern aus Musicals aufwartete. Nacheinander musizierten der Männerchor von „Zaboj“ Pelhrimov (Leitung Vaclav Nouza), der Gemischte Chor (Leitung Vlasta Vesela) und der Gemischte Chor des „Liederkranz“.


Den tschechischen Part bildeten vor allem klassische Werke beispielsweise von W.A. Mozart, Antonin Dvorak, aber auch Volkslieder von Nouza. Der Hungener Chor gefiel besonders mit „Maria lassú“ von Bepi de Marzi, „Die launige Forelle“ von Franz Schöggl mit einem Solo von Roland Stock, “Memory“ aus Cats (Andrew Lloyd Webber) sowie „Wenn ich einmal reich wär“ aus Anatevka (Arrangement Helmut Lörscher). Die Begleitung am Flügel hatte Frau Krzalova aus Pelhrimov übernommen.



Liederkranz-Vorsitzender Thomas Schnurr überreichte am Ende ein Geldpräsent für die chorische Arbeit und eine Kunstschmiedearbeit mit dem Hungner Stadtwappen. Besonderen Beifall bekam seine Einladung für die tschechischen Sangesfreunde im nächsten Jahr nach Hungen.

Das Rahmenprogramm führte die Hungener mit einem Tagesausflug nach Prag und einem Besuch der Kathedrale auf dem Hradschin. Ein zweiter Ausflug vereinigte Deutsche und Tschechen mit dem Ziel und Besuch des Prämonstratenser-Klosters in Zeliv. Auf der Terrasse eines Ausflugslokales am gleichnamigen Flüsschen musizierte anschließend der Shanty-Chor, ein Ableger des Liederkranz. Spontan wurde der Chor von einem Sänger aus Pelhrimov auf der Klarinette begleitet – viel Applaus.

Mit „großem Bahnhof“ verabschiedeten sich die Hungener von ihren Sangesfreunden am 22.6. Alle freuen sich schon jetzt auf ein Wiedersehen. zweimal waren die Tschechen zu Gegenbesuchen in Hungen.

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