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Auch die Feuerwehren sind in wenigen Jahren von der Überalterung betroffen

"Dass auch die Feuerwehr schon in wenigen Jahren von der allgemeinen Überalterung betroffen sei wird, steht schon heute fest", meinte Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld am Sonntag morgen bei der Jahreshauptversammlung aller Hungener Feuerwehren im Bürgerhaus in Nonnenroth.

(tr) Diesem Umstand müsse man schon heute Rechnung tragen und entsprechend gegensteuern, indem man entsprechende Konzepte erstellt. Gefordert seien hier alle - und zwar nicht nur die Verantwortlichen in der Feuerwehr, sondern auch die Kommunen und die Politik, meinte der Kreisbrandinspektor.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen aber zunächst die Berichte aus der Feuerwehr. Nachdem der Musikzug der Feuerwehr Steinheim unter der Leitung von Jürgen Zwerenz die morgendliche Versammlung eröffnet hatte war es Stadtbrandinspektor Richard Pleyer, der zu der Versammlung neben den zahlreichen Feuerwehrmännern und Frauen auch den Kreisbrandinspektor sowie als Vertreter der Stadt Hungen den 1. Stadtrat Herbert Engel, auch den für den zuständigen Brandschutz im Magistrat zuständigen Stadtrat Bernd Cripsens und von der Verwaltung Herbert Groh begrüßen konnte.

In seinem Bericht führte dann Pleyer aus, dass in den 12 Hungener Feuerwehren derzeit 326 Mitglieder in den Einsatzabteilungen tätig seien, 31 davon Frauen. Diese hatten im abgelaufenen Jahr 132 Einsätze zu leisten, die sich in 41 Brandeinsätze, 58 Hilfeleistungen und 33 Fehlalarme aufteilten. Hierfür wurden insgesamt 1356 Einsatzstunden, 7750 Stunden für Übungen und theoretische Ausbildung sowie 2845 Stunden bei Lehrgängen aufgewendet. Insgesamt nahmen 78 Feuerwehrleute an 23 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene teil. Für den Brandsicherheitsdienst bei Veranstaltungen wurden noch einmal 820 Stunden und für die Brandschutzfrüherziehung in den Kindergärten noch einmal 100 Stunden aufgewendet. Weitere berichtete Pleyer, dass insgesamt zwölf Wehrführersitzungen und zwei Sitzung zur Durchführung des Landesentscheides abgehalten wurden.

Der Landesentscheid selbst konnte ohne Probleme durchgeführt werden, wofür man Lob von höchster Stelle erhielt, so Pleyer. Auch fand die Abnahme der Leistungsspange wieder in Hungen statt. Weiter nannte Pleyer die Erstellung eines Bedarfs- und Entwicklungsplanes, der den künftigen Bedarf und Anforderungen der Feuerwehren regeln soll. Hier haben neben der Feuerwehr die Vertreter des Magistrates, der Verwaltung und der einzelnen Fraktionen mitgewirkt. Derzeit verfügt die Feuerwehr über insgesamt 20 Fahrzeuge, darunter eine Drehleiter und einen Einsatzleitwagen sowie über drei Fahrzeuge des Katastrophenschutzes. Zum Abschluss seines Berichtes dankte Pleyer neben seinem Stellvertreter Udo Träger auch den Wehrführern und den Verantwortlichen bei der Stadt Hungen für die gute Zusammenarbeit.

Danach berichtete die stellvertretende Stadtjugendfeuerwehrwartin Verena Volk aus der Arbeit der zwölf Jugendfeuerwehren der Stadt Hungen. In diesen sind 197 Kinder- und Jugendliche aktiv, wovon 46 Mädchen sind. Die eigentliche Jugendarbeit wurde in 653 feuerwehrtechnischen und in über 652 allgemeinen Jugendarbeitsstunden geleistet.

Für die Feuerwehrmusikzüge Hungen-Stadt, Villingen und Steinheim berichtete Jürgen Zwerenz aus deren Arbeit. So hat der Musikzug Hungen-Stadt derzeit 23 aktive Mitglieder und 16 Jugendlichen in Ausbildung die von insgesamt 12 Ausbildern betreut werden. Villingen hat derzeit 30 aktive und vier Jugendlichen in Ausbildung und Steinheim, so deren Leiter Jürgen Zwerenz, hat 33 aktive Mitglieder im Musikzug und bemerkenswerte 35 Jugendliche im Verein. Daher konnte man in Steinheim sogar ein eigenes Jugendorchester gründen. Abschließen lobte Zwerenz die gute Zusammenarbeit aller Musikzüge, die sich in zahlreichen gemeinsamen Auftritten bewährt habe.

Die Feuerwehren und damit ihre Mitglieder sind geprägt von Gemeinsinn und fördern damit das Gemeinwesen in einer Stadt, so 1. Stadtrat Herbert Engel in seinem Grußwort. Engel übermittelte auch die Grüße von Bürgermeister Klaus Peter Weber und des Magistrates. Weiter sagte der Stadtrat, das Engagement eines jeden Einzelnen ergebe erst ein tragfähiges Team, das in der Lage sei die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Hier sei es wichtig zu erkennen, dass hinter aller Technik und noch so guter Ausstattung immer Menschen stehen. So sei es für die Stadt Hungen selbstverständlich, diese Wehren mit den entsprechen Ausrüstungen auszustatten. Er erinnert hierbei daran, dass im diesjährigen städtischen Haushalt die nötigen Mittel für die Anschaffung von zwei neuen Fahrzeugen sowie für den Umbau des Villinger Gerätehauses eingestellt seien. Zum Abschluss seiner Rede dankte er allen, die sich in der Feuerwehr engagieren und erwähnte hier besonders auch die vielen Betreuer in den Jugendfeuerwehren.



Im Anschluss ehrte Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld, der auch die Grüße des Landrates übermittelte, einige langjährige Aktive. So erhielten für ihre 25-jährige Tätigkeit in der Feuerwehr das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande Michael Peter und Jürgen Moll (Hungen-Stadt) und das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande für ihre 40-jährige Tätigkeit erhielten Gerd Weber, Ernst-Richard Pleyer (Inheiden), Erhard Jänchen (Trais-Horloff) und Wolfgang Häntschel (Nonnenroth). Ernennungsurkunden als Ehrenbeamte auf Zeit händigte 1. Stadtrat Herbert Engel an den neuen Inheidener Wehrführer und dessen Stellvertreter Manfred Sadler und Gerald Reitz aus. Markus Brühl der neue Stellvertretende Wehrführer in Hungen-Stadt, der nicht anwesend war, bekommt die Urkunde nachgereicht. Eine Urkunde zur Entlassung als Ehrenbeamter erhielt Gerd Weber aus Inheiden, der über 30 Jahre dort Wehrführer war, von Engel überreicht. Engel dankte dem ausgeschiedenen Wehrführer für sein hohes Engagement, das er für die Feuerwehr in diesen 30 Jahren eingebracht hat. Weber sei ein großes Vorbild für alle Feuerwehrleute, so Engel.

Auch konnten an diesem Morgen wieder einige Feuerwehrleute Beförderungsurkunden entgegennehmen die ihnen Stadtbrandinspektor Richard Pleyer und der 1. Stadtrat Engel überreichten. Befördert wurden Udo Träger und Ralf-Stefan Kuhl (Hungen) zu Hauptbrandmeistern, Alexander Kröll (Rodheim) zum Hauptlöschmeister und Bernd Wallbott (Hungen) zum Löschmeister. Zum Abschluss der Versammlung wies Stadtbrandinspektor Richard Pleyer noch auf die diesjährigen Termine hin und hier erinnerte er besonders an die 70-jährige Jubiläumsfeier der Inheidener Feuerwehr, die dieses Fest am 28. April mit einem Kommersabend begehen wird.

Foto: Ehrungen bei den Hungener Feuerwehren durch Stadtbrandinspektor Richard Pleyer (vierter von Links), Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld (zweiter von rechts), dem 1. Stadtrat Herbert Engel (dritter von links) und Herbert Groh von der Verwaltung (zweiter von links) mit den geehrten Udo Trääger, Gerd Weber, Michael Peter, Erhard Jänchen, Wolfgang Häntschel und Jürgen Moll. (Foto: tr)

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