Abiball 2006
Der traditionelle Abiball der GesaHu fand am Samstag in der Hungener Stadthalle statt.
66 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule nahmen am vergangenen Samstag in Hungen ihr Reifezeugnis entgegenAm vergangenen Samstag fand in der Hungener Stadthalle der traditionelle Abiball der Gesamtschule Hungen statt. Reden wurden von den "üblichen Verdächtigen" gehalten, die Abiturzeugnisse wurden überreicht und kleine Geschenke und Andenken an die (ehemaligen) Lehrerinnen und Lehrer der Oberstufe übergeben.

Dies sind die Hungener Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2006
Sandra Beck, Carolin Diehlmann, Jonas Fritzsche, Martin H. Goldammer, Anna Jungblut, Elisabeth Lemp, Lukas Martin, Janina Metzger, Jörn Perschbacher, Ornela Pezer, Melanie Reichert, Adrian Rudel, Marcus Schill, Meike Stoll, Thomas Striedelmeyer, Denis Tengler, Saman Vosoghi, Frauke Weber, Constanze Böck, Lene Baur, Tara Friedrich, Christoph Guldan, Tara Friedric, Lisa Hegen, Eva Hennen, Kevin Hirsch, Denise Kremer, Alexander Smirnow, Sebastian Marx, Bianka Moelle, André Müller, Christian Rupp, Christian Schlag, Sirko Seifert, Tim-Daniel Stumpf, Dora SofiaTörner, Stephanie Lea Bork, Christoph Broer, Milena Bruns, Dominik Günthner, Pascal Hille, Nina Kellner, Laura Kipp, Viktoria Klaus, Daniela Koppe, Bastian Michel, Nicole Plebuch, Waldemar Rutkowski, Katrin Seiler, Cornelius P. Blei, Sabrina Below, Eda Bektas, Jan Fenchel, Anna Gaus, Carla Viktoria Geyer, Anastasia Gosparewitsch, Robert Groos, Tim Hanusch, Carsten Häuser, Saskia Humme, Lisa Kopp, Franziska Lember, Marcel Litschel, Lisa Parise, David Schanz, Verena Traeger, Anne vom Hofe, Julian Ziechaus und Rebecca Zuelke.
Natürlich gibt es in unserer Bildergalerie auch in diesem Jahr wieder eine Reihe an Fotos des großen Abends in der Stadthalle zu sehen. Wir wollen diese einfach unkommentiert vorstellen. Statt dessen sind wir auf ein Novum in der Geschichte der Abizeitungen ('RABIOAKTIV 2006') an der GesaHu aufmerksam geworden:
Der als Vorwort verfasste Offene Brief des Schulleiters Ingolf Hoefer an die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2006 ist es wert, einer breiteren Öffentlichkeit als nur den Lesern der Abizeitung, die in einer Auflage von 250 Exemplaren gedruckt wurde, zugänglich gemacht zu werden.
Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, ihn ungekürzt an dieser Stelle zu veröffentlichen.
Doch nicht nur seitens der Schulleitung war Kritik an der derzeitigen Schulpolitik der Hessischen Landesregierung zu vernehmen; auch der Vorsitzende des Schulelternbeirates, Georg Frigger, bemerkte mit Sorge, "dass heute wider jeden Demokratieverständnisses den Lehrern und Schulleitern ein Maulkorb verpasst werde, wenn es um die Rechte der Schule und hier besonders um die der Schüler gehe".
Einen Bericht zum Hungener Abiball 2006 lesen Sie im Gießener Anzeiger vom 27.6.2006:
"Lukas Martin erhielt als Einziger die Traumnote 1,0"
An unsere Abiturientinnen und Abiturienten des Jahrgangs 2006
Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
wenn Ihr nun Eure Abiturzeugnisse erhaltet, so ist das sicher zunächst ein Grund zum Aufatmen, ein Grund zu Dankbarkeit gegenüber Eltern, Freunden, Schule und Lehrern, die Euch bis hierher geleitet haben; sicher auch im einen oder anderen Fall zur Abrechnung, wenn die Unterstützung nicht so gut war, wie man es erwarten konnte.
Die Schule bedankt sich bei einem Jahrgang, der umsichtig mit der Schule und ihren Einrichtungen umgegangen ist, sie bedankt sich für ein hohes Maß an solidarischem Verhalten vieler. Dieser Jahrgang hat - so hoffen wir - vom angestrebten Erziehungsziel der Solidarität und Mitmenschlichkeit eine Menge mitbekommen.
Über die Bildung und Erziehung hoffen Pädagogen immer wieder, langsam auch die soziale Umwelt verändern zu können. Zu großer Optimismus ist leider nicht angezeigt; Eine Welt, in der Ellenbogen als gepriesener Körperteil gelten, zeigt sich mehr und mehr. Verantwortung für den Schwächeren, den Nächsten, muss erarbeitet werden.
Euer Jahrgang war der letzte, der noch Abituraufgaben durch die unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer gestellt bekam. Dadurch war das Sicherheitsgefühl größer, inhaltliche Ansprüche durchaus höher als beim kommenden "Landesabitur".
Vor allem befürchten wir, dass beim Hinterherlaufen nach kleinschrittig vorgegebenen Stoffplänen in Zukunft projekthaftes Arbeiten und Arbeiten nach persönlichen Interessen- und Fähigkeitsschwerpunkten unter die Räder kommen kann.
Euer Jahrgang ist auch ein erster; der erste, der nach dem Willen der Mehrheit des Hessischen Landtags heftige Studiengebühren bezahlen soll. Was für eine Mehrbelastung, für Familien, vor allem, wenn sie mehrere studierende Kinder haben, oder für die Kinder, die sich verschulden müssen, und bei Beginn ihrer Berufstätigkeit, wenn man eigentlich eine Familie gründen, ein Haus bauen und den Beginn für seine Altersvorsorge machen müsste, zunächst ihre Studiengebühren zurückzahlen müssen.
Die Folge wird sein, dass die Studienzahlen stark zurückgehen werden - obwohl Deutschland nach internationalen Vergleichen schon jetzt zu wenige Akademiker ausbildet; dass die Vorbildung und der wirtschaftliche Status des Elternhauses wieder noch entscheidender werden - wobei schon jetzt die PISA-Studie gezeigt hat, dass das deutsche Schulwesen mehr als jedes andere den sozialen Status reproduziert, dass junge Akademiker in Zukunft noch länger werden warten müssen, bis sie Kinder bekommen - wobei zur Zeit alle politischen Kräfte genau dieses Faktum beklagen. Lasst Euch nicht vom Studienwunsch abbringen; unsere Gesellschaft braucht Euch!
Erinnert Euch bitte an § 59, Art. 1 der Hessischen Verfassung, die wörtlich ohne wenn und aber vorschreibt:
"In allen öffentlichen Grund-, Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich."
Hoffentlich haben wir Euch nicht nur zu eigenem solidarischen Verhalten erzogen, sondern Euch auch fähig gemacht, Euch gegen Rechtsbrüche effektiv zu wehren.
Wenn derselbe Ministerpräsident, der die Studiengebühren hat beschließen lassen, zum gleichen Zeitpunkt verlangt, dass einbürgerungswillige Ausländer einen "Eid auf die Verfassung" ablegen sollen, muss man sich fragen, welche Verpflichtung auf die Verfassung vereidigte Spitzenpolitiker eigentlich haben. (Sind sie auszubürgern?)
Man sieht: Es gibt viel für Euch zu tun. Bleibt Euch treu und arbeitet zum Wohl von Euch selbst und den anderen.
"Gut sein zu anderen und zu mir konnte ich nicht zugleich" lässt Bertold Brecht seine verzweifelte Shen Te im guten Menschen von Sezuan beklagen. Versucht es trotzdem!
Ingolf Hoefer
BILDERGALERIE
KLEINANZEIGE
* 22-jährige Pädagogik-Studentin sucht Job als Babysitterin * Gerne auch kleinere und/oder mehrere Kinder. Gebe außerdem Nachhilfe in Deutsch und Englisch von der 1. bis zur 6. Klasse. Bei Interesse bitte melden per Telefon oder eMail.
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