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Verein Schulpartnerschaft mit Mosambik e.V.

Seit nunmehr 25 Jahren engagiert sich der Verein in Projekten in Südost-Afrika. Nicht als Hilfe von Reichen für Arme will man sich verstanden wissen, sondern als Hilfe zwischen Menschen dieser Welt, die ein Band der Freundschaft miteinander verbindet.


Seit dem Erdgipfel von Rio 1992 wurde ein neues gemeinsames Verständnis von "Entwicklung" weltweit anerkannt. Entwicklung gilt nicht mehr allein als Ziel und Aufgabe der Länder des Südens. Auch die Industrieländer erklären, dass ihre Lebens- und Wirtschaftsweise der weiteren Entwicklung bedarf, damit unsere gemeinsame Welt eine Zukunft haben kann. Es wird immer einsichtiger, dass weltweite Entwicklung nur in globaler Partnerschaft erreichbar sein wird.

Die Gesamtschule Hungen befindet sich bereits seit 1980 auf diesem Weg mit ihrem schulpartnerschaftlichen Engagement in einem der ärmsten Länder Afrikas, in Mosambik. Anlässlich des Besuches zweier Vertreter der "Uli Seibert Schule" findet am kommenden Donnerstag eine kleine Festveranstaltung in der GesaHu statt.

Es begann mit materieller Hilfe für Kinder in einem Land Afrikas, das bis 1975 nach offizieller Sprache der letzten europäischen Kolonialmacht Portugal als "portugiesische Überseeprovinz" bezeichnet wurde. Als die Portugiesen mit Beendigung der Salazar-Diktatur ihre Kolonie verließen, war Mosambik eines der ärmsten und rückständigsten Gebiete der Welt. Die Analphabetenquote lag bei 95 bis 98 Prozent. Der spanische Ordengeistliche, Pater Vincente Berenguer Llopes, schon während der Kolonialzeit den Menschen Mosambiks und nicht der Kolonialkirche verpflichtet, stellte sich nach der Unabhängigkeit als Berater im Erziehungsministerium für den Aufbau eines funktionsfähigen Bildungswesens zur Verfügung. Er bat die Menschen in Westeuropa um Hilfe. Sein Ruf erreichte vor 25 Jahren über die Anne-Frank-Schule in Lennestadt auch die Gesamtschule in Hungen. In einem Grußwort zum 30 jährigen Bestehen der Hungener Gesamtschule schrieb er:



"Ihr habt gelernt, die Dritte Welt als etwas zu sehen, das auch euch gehört, dem man sich in Freundschaft nähern muss und ihr habt von ihren kulturellen Werten etwas aufgenommen. Sie haben gelernt, auch die Erste Welt als etwas zu ihnen Gehöriges zu sehen und die Hand auszustrecken als ein Symbol der Freundschaft. Es hat eine Hilfe zwischen Freunden gegeben und nicht von Reichen für Arme. Und dieser Austausch hat uns alle würdiger gemacht. Der Regenbogen der Freundschaft ist in unseren Ländern gegenwärtiger geworden."

Die konkrete Hilfe für Schulen in Mosambik erfolgte in verschiedenen Regionen. In N'kondezi (Provinz Tete), in Amatongas, Sussundenga, Gondola (Manica), in Conhane (Provinz Gaza) und in den Armenvierteln der Hauptstadt Maputo. Tausende mosambikanische Kinder haben durch das Engagement mehrerer Generationen von Schülerinnen und Schülern, ihren Lehrerinnen und Lehrern und der Hungener Bevölkerung einen Platz in einer Schule bekommen und damit Zukunftschancen im eigenen Land. Seit 2002 erfährt der Verein Schulpartnerschaft mit Mosambik bei seiner materiellen Hilfe auch finanzielle Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).



Schwerpunkt der schulpartnerschaftlichen Arbeit ist die ESCOLA PRIMARIA COMPLETA DE BENGO ULI SEIBERT in einem Vorort von Gondola. Trägt sie doch den Namen der unvergessenen ehemaligen Schulsprecherin der Gesamtschule Hungen, Ulrike Seibert, die 1991 tödlich verunglückte, kurz bevor sie in Mosambik ein soziales Jahr ableisten konnte. 1992 wurde in Anwesenheit der stellvertretenden Schulsprecherin Bettina Schmidt der Grundstein zu den ersten beiden Klassenräumen gelegt. Zwei weitere Räume kamen bald hinzu, aber reichten immer noch nicht aus, so dass Schichtunterricht eingeführt werden musste. Heute wird die ULI SEIBERT SCHULE von mehr als 500 Kindern der Jahrgangsstufen 1 bis 7 besucht, die dort einen qualifizierten Grundschulabschluss erhalten. Kürzlich wurden für diese Schule mit Hilfe aus Hungen und Unterstützung durch das BMZ weiter 4 Klassenräume fertiggestellt, so dass die Unterrichtssituation wesentlich verbessert werden konnte. Als eine Anregung für die Militärmächte unserer Welt kann die Rede des Verteidigungsministers Mosambiks, Herrn Tobias Dai gewertet werden, der bei der Einweihung der neuen Klassenräume am 23. Oktober 2004 die Kürzung des eigenen mosambikanischen Verteidigungsetats zugunsten der Erhöhung der Bildungsausgaben forderte.



Großer Andrang bei der Begrüßung
Die Beziehungen zu der Uli Seibert Schule gehen weit über die materielle Hilfe hinaus. Briefkontakte der Schülerinnen und Schüler, gemeinsame Workshops mit mosambikanischen und deutschen Lehrkräften in Mosambik und Hungen und gegenseitige Besuche bilden die Grundlage für eine echte Schulpartnerschaft.

Der Verein Schulpartnerschaft mit Mosambik will weiter helfen, weil Hilfe dringend benötigt wird:

An der ESCOLA PRIMARIA COMPLETA DE BENGO ULI SEIBERT soll die Wasserversorgung durch einen Brunnenbau sichergestellt und eine einfache Schulkantine errichtet werden.

Im neuen Arbeitsfeld von Pater Vincente in Ressano Garcia, einem sozialen Notstandsgebiet direkt an der Grenze zu Südafrika, warten noch hunderte von Kindern auf einen Platz in der Grundschule.

Setzen Sie ein Zeichen globaler Solidarität!
Der Verein Schulpartnerschaft mit Mosambik freut sich auf neue Mitglieder. Es ist ein freiwilliger Beitrag von 12 € jährlich erwünscht, damit auch zukünftig 100 Prozent aller eingehenden Spenden den mosambikanischen Kindern zugute kommen.

Spendenkonten
Volksbank Gießen-Friedberg, BLZ: 51390000, Konto-Nr. 81333319
Volksbank Inheiden-Villingen, BLZ: 50069464, Konto-Nr. 45720
Sparkasse Laubach-Hungen, BLZ: 51352227, Konto-Nr. 1010388

Mehr Infos zu Mosambik gibt es wie immer auf "Wikipedia".
Zur Mosambikhilfe informiert der "Koordinierungskreis Mosambik"



Die Fotostrecke vermittelt viele wunderbare Eindrücke aus Mosambik, festgehalten von Mitgliedern des Vereins anlässlich eines Besuchs zur Einweihung des neuen Schulgebäudes im Herbst 2004.

BILDERGALERIE
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