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'Gott' - Eine Theaterinszenierung an der Gesamtschule Hungen

Die letzte Aufführung der Komödie 'Gott' von Woody Allen findet am Donnerstag, dem 21. Juni, um 20.00 Uhr in der Neuen Aula der GesaHu statt.

Wir hatten die Gelegenheit, bei den Proben des Kurses 'Darstellendes Spiel' der Jahrgangsstufe 12 zwei Wochen vor der Premiere dabei zu sein.

Aufgeführt wird das Stück unter der Leitung von Herrn Stefan Kämmerer. Seit vielen Monaten sind die Mitglieder des Ensembles nun schon mit ihren Vorbereitungen und Proben beschäftigt und haben keinen kleinen Teil ihrer Freizeit in das Unternehmen investiert. Was wir bei den Proben gesehen haben, lässt auf einen spannenden Theaterabend schließen.



Worum geht es in dem Stück von Woody Allen? Die Frage konnte uns auch Kursleiter und Regisseur Stefan Kämmerer nicht zufriedenstellend beantworten: "Da fragen Sie mal besser die Akteure, vielleicht erfahren Sie ja von denen etwas über den Ausgang des Stückes".
Sicher, es geht um Gott, der Titel lässt keinen anderen Schluss zu. Aber wie nähert er sich dem Thema, das ihn letztlich in allen seinen Werken beschäftigt? Wer Woody Allens Filme kennt, ahnt, dass hier ein ungewöhnliches Schauspiel zu erwarten ist.

Nicht nur, dass hier ein Stück in einem Stück spielt, das wiederum nur Teil eines Stückes ist - am Ende erfährt sich der Zuschauer selbst als Teil der Inszenierung. Auch er ist nur ein Mosaik in der Geschichte, ist Zuschauer und Akteur in Person, wie auch der Autor Allen das Ende seines Stückes nicht zu kennen scheint: Man möge ihn doch über den Ausgang des Abends informieren!



"'Jedes Stück muss einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben', ahnt Hepatitis, Tragödiendichter im alten Athen kurz hinter New York. Schlimm, dass ihm kurz vor Beginn des großen Wettbewerbs kein Schluss für sein Stück einfallen will. Schlimmer noch: Ohne Schluss gibt es am Ende auch gar keinen Anfang. Und noch schlimmer: Ohne Stück gibt es auch keinen Sieg und damit keine Kiste Ouzo, von der Ehre ganz zu schweigen. Also muss ein Schluss her, darauf besteht schon Diabetes, abgehalfterter Schauspielerfreund von Hepatitis und Protagonist in dessen Stück.

Aber wie soll man einen Schluss erfinden, wenn man selbst nur Teil eines schlechten Stückes ist, und die eigene Existenz ebenso der Ideenlosigkeit des Autors ausgeliefert ist, wie alle, die man um Rat fragen könnte? ..." (Quelle: Staatstheater Hannover)





Und so wundert es dann auch nicht, dass am Ende die Frage nach der Existenz Gottes - zumindest für den Moment - auf tragische Weise beantwortet wird ...



"'Ich bin nicht fiktiv' protestiert die attraktive Zuschauerin Doris Levine, selbsterklärte Expertin für philosophische Fragen und Männerphantasien, und besteht wenigstens auf einem echten Orgasmus. Andere mischen sich ein: Lorenzo Miller, ebenfalls Schriftsteller, gibt vor, gleich das gesamte Publikum kreiert zu haben, und auch der Originalautor Woody Allen ruft gelegentlich an, um sich nach dem Gelingen seines Stücks zu erkundigen."



Das Theater an der Ruhr beschreibt in einer Rezension die Unmöglichkeit der Auseinandersetzung mit dem Stück in vertrauter Weise:

"Jegliche Muster, die antiken wie neuzeitlichen, zur Anleitung der künstlerischen Produktion sind verloren, es gibt weder positive noch negative Konfliktlösungen, es gibt keine wirklichen Konflikte mehr, da dies die Konfrontation verschiedener Interessen voraussetzte; doch die Ausbildung von Interessen ist in einer von rasanter Verselbständigung bestimmten Welt unmöglich geworden. ... "

Die Premiere findet am Freitag, dem 15. Juni 2007, um 20.00 Uhr in der neuen Aula der Gesamtschule Hungen statt. Zwei weitere Aufführungen gibt es am Sonntag, dem 17. und Donnerstag, dem 21. Juni, jeweils um 20.00 Uhr.

Eintrittspreis: Für Schüler 3.- €uro, für Erwachsene 5,- €uro.
Kartenvorverkauf ist im Schülersekreteriat der Gesamtschule Hungen.





Alle Teilnehmer des Kurses haben neben ihren Rollen auf der Bühne auch die anderen Aufgabenbereiche eines 'richtigen' Theaters zu übernehmen: Die Gestaltung des Bühnenbildes, die Kostüme und Requisiten, die Technik, das Programmheft oder die Öffentlichkeitsarbeit gehören neben dem Spiel natürlich auch zu den Dingen ohne die ein Theater nicht funktionieren wird.



Handelnde Personen - Die Besetzung des Stückes

Diabetes, der Schauspieler - Julian Schäfer
Hepatitis, der Schriftsteller - Moritz Gräbert
Doris Schmidt - Marlene Berninger, Elena Hitzel
Blanch DuBois - Daniela Beck, Lena Borchers
Bob Schicksal - Ole Witzmann
Wendy Schicksal - Lisa Brandt, Eva Jung
Bursitis - Rolf Weppler
Trichinosis - Ole Witzmann
Lorena Müller - Sabrina Gericke, Bedriye Alabay
Wache - Judith Diehl
Arzt - Lena Borchers
König - Rolf Weppler
Frau mit Messer - Luisa Goldammer, Katharina Subbotin
Frau im Zuschauerraum - Judith Diehl
Junge vom Telegraphenamt - Lisa Brandt
Meister - Ole Witzmann
Chor - Bedriye Alabay, Daniela Beck, Marlene Berlinger, Lisa Brandt, Sabrina Gericke, Elena Hitzel, Judith Diehl, Luisa Goldammer, Eva Jung, Katharina Subbotin

"Das Jenseits, gibt es das überhaupt? - Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: wie weit ist sie von der Innenstadt entfernt, und wie lange hat sie offen." (Woody Allen)

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