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Dürrenmatts „Herkules und der Stall des Augias“ als Jubiläumsaufführung an der GesaHu

Seit zehn Jahren besteht die Theatergruppe „Freies Ensemble Hungen“ an der Hungener Gesamtschule und im Jubiläumsjahr führt die Gruppe mit „Herkules und der Stall des Augias“ ein weiteres Stück von Friedrich Dürrenmatt auf.

(tr) Nach Werken von Anouilh, Brecht, Shakespeare, Sartre und Kishon jetzt bereits zum dritten Mal ein Stück von Dürrenmatt: Humor und die Bühenwirksamkeit der Stücke des schweizerischen Dramatikers ließen das Ensemble immer wieder auf seine auch unbekannten Stücken zurückgreifen.



Bei den Proben geht es jetzt in die Endphase:
die Laienschauspieler mit Regisseurin Annette Schauß. (Foto: tr)

Das Ensemble aus Schülerinnen und Schülern der zehnten bis dreizehnten Klassen steht seit nunmehr zehn Jahren unter der Leitung von Annette Schauß. Seit einigen Jahren spielen zudem auch immer wieder ehemalige Schüler mit, die dem Theater-Ensemble treu geblieben sind. Theater im Unterricht und in AGs haben an der Gesamtschule einen hohen Stellenwert, wie sie betonte, denn neben den sechs Theaterklassen stehen auch im Nachmittagsangebot drei Theaterkurse auf dem Programm. Besonders nachdem die neue Aula nun dafür den geeigneten Rahmen bietet, konnte die Theaterarbeit intensiviert werden.

Für die Jubiläumsaufführung probten die zehn Schülerinnen und Schüler bereits seit einigen Monaten und sogar Probewochenenden wurden eingelegt. Mit großem Eifer seien die Darsteller bei der Sache, wie die engagierte Theatermacherin Annette Schauß weiter ausführte.

Das neuerliche Dürrenmatt-Stück handelt von der vierten Arbeit des griechischen Helden: Herkules (André Müller) verdingt sich bei König Augias (Lukas Martin), um der zunehmenden Vermistung des Landes Elis Einhalt zu gebieten. Seine Aufgabe: er soll die Kuhställe des Landes reinigen. Elis, eine reiche Bauernrebuplik mit mehr Rindern als Menschen, droht im Mist zu ersticken, so dass nur ein wahrer Held, Herkules, der „Säuberer Griechenlands“ dieser Aufgabe Herr werden kann. Doch es zeigt sich, dass das Ausmisten noch die kleinste Aufgabe ist und Herkules am Ende vor einer schier unlösbaren Aufgabe steht. Im Gegensatz zu der zugrunde liegenden griechischen Sage wird Herkules hier eingebunden in reale zwischenmenschliche und politische Bindungen gezeigt, was unweigerlich zu tragikomischen Situationen führt. Sekretär Polybios (Tobias Wolf), der eigentlich für Ordnung in der Buchhaltung des Helden sorgen soll, ist oft Opfer seiner verzweifelten Zornausbrüche. Die Geliebte Deianeira (Cynthia Becker) fühlt sich statt zu Herkules eher zum revolutionär gesinnten Königssohn (Sebastian Hartings) hingezogen. Audias selbst entzieht sich mit diplomatischem Geschick einer endgültigen Entscheidung darüber, ob Herkules seine Arbeit wahrhaft heldenhaft (nämlich durch die Stauung zweier Flüsse) erledigen darf: Letzlich wird die großgedachte Tat durch Bürokratie und Kleinlichkeit des Denkens verhindert und der Mist bleibt bestehen.

Die weiteren Mitspieler des Ensembles sind: Lisa Parise, Mariya Vrzhesnevska, Melanie Reichert, Elisabeth Wangner und Melanie Böckmann. Die Masken für das Stück hat Sebastian Hartings angefertigt.

Die Premiere findet am Donnerstag, den 3. Mai, in der Neuen Aula statt. Weitere Aufführungen sind am Samstag, den 5. Mai, mit anschließender kleiner Feier aus Anlass des zehnjährigen Bestehens, sowie am Montag, den 7. Mai, jeweils um 20.00 Uhr.

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