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Neue Befestigung der Uferzone am See in Trais-Horloff sorgt für Diskussionen

Mit Steinen gefüllte Drahtkörbe - sogenannte Gabionen - werden derzeit zur Uferbefestigung am See in Trais-Horloff verbaut. Die Meinungen über Sinn und Unsinn dieser Maßnahme sind unter den Badegästen geteilt.

Von seiten der Stadt war zu hören, dass die bisherige Verbauung des Ufers mittels Holzschwellen keine sehr dauerhafte Lösung darstellte und diese in jedem Jahr ausgebessert werden mussten. Daher entschied man sich für eine dauerhaftere Befestigung. "Wir haben unterschiedliche Angebote eingeholt und diese Körbe waren vom Preis her einfach nicht zu schlagen." Woher sie kommen? Aus Südamerika. Sie hätten auch aus Indien oder China kommen können. Länder, in denen der harte Granit von Kindern in kleine Stücke geschlagen wird, um dann in solche Körbe verfüllt zu werden. Überhaupt Granit. Wir leben im größten zusammenhängenden Basaltgebiet Europas. Das Material liegt vor der Haustüre. Das soll dann teurer sein als diese mit Granitsteinen gefüllten Stahlkörbe von einem entfernten Kontinent? Ja, so ist das leider. Für die Herstellung solcher Gabionen sind nämlich hohe Lizenzgebühren zu entrichten, so dass hiesige Unternehmen nicht konkurrieren können.



Vielleicht aber fehlte es nur an Fantasie. Müssen es denn wirklich solche Drahtkörbe sein, um das Ufer dauerhaft zu befestigen? Schon jetzt beklagt man seitens der Stadt, dass von Jugendlichen Steine aus den Körben herausgenommen und ins Wasser geworfen oder gar Körbe mit einer Drahtschere aufgeschnitten wurden. Das wiederum erhöht auch die Gefahr für ernsthafte Verletzungen. Und größere Basaltbrocken aus Ober-Widdersheim, entlang des Seeufers platziert, hätten einem naturnahen und standortgerechten Aussehen keinen Schaden getan.

"So ein schöner Natursee und dann blöder Draht am Ufer" war von einem etwa sechs Jahre alten Mädchen gestern zu hören. Lange hatte sie im Wasser vor den neuen Körben gestanden und sie betrachtet. Kurze Zeit zuvor war ein ca. 50-jähriger Mann beim Ausstieg aus dem Gewässer im Schlick ausgerutscht und mit dem Oberkörper auf die Steine aufgeprallt. Dem Augenschein nach hatte er große Schmerzen und litt unter akuter Atemnot. Badegäste hatten daraufhin den Notarzt gerufen, der den Verunfallten nach eingehender Voruntersuchung mit dem Verdacht auf Rippenbrüche zur weiteren Untersuchung in die Klinik brachte.

Sicher hätte dieser Badeunfall auch ohne die neue Uferbefestigung stattgefunden. Von den Körben gehen jedoch auch weitere direkte Unfallgefahren aus. Leicht bleibt man barfuß zwischen den Drahtgittern mit den Zehen hängen oder zerreißt sich die Badekleidung an den Kanten. Aber es gibt auch offizielle 'Einstiegsstellen'. Etwa an der nun verbreiterten Steintreppe mit davor aufgeschüttetem Sand oder über größere Granitblöcke zwischen den Gabionen. Bleibt abzuwarten, wie sich das System in der Zukunft bewähren wird.