Lokales Bündnis für Familie in Hungen beantragt
In der Koalitionsvereinbarung der beiden Parteien Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD wurden die Schwerpunkte der Zusammenarbeit in den parlamentarischen Gremien der Stadt Hungen für die nächsten 5 Jahre festgelegt. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die weitere Entwicklung Hungens hin zu einer familienfreundlichen Stadt. Beide Fraktionen haben deshalb im Stadtparlament Hungen jetzt ein „Lokales Bündnis für Familie“ beantragt.
Immer mehr Kommunen haben erkannt: Familienfreundlichkeit ist zunehmend ein wichtiger Standortfaktor. „Lokale Bündnisse für Familie“ ist ein Projekt der Bundesregierung, das dieser Entwicklung Rechnung trägt und mittlerweile mehrere hundert Einzelinitiativen umfasst. Diese Arbeitsgruppen sind Zusammenschlüsse von Partnern aus Politik und Verwaltung, Unternehmen, Kammern und Gewerkschaften, freien Trägern, sozialen Einrichtungen, Kirchengemeinden, Initiativen etc. um Städte und Gemeinden für Familien attraktiver zu machen. Das Thema Familienfreundlichkeit wird so vor Ort ins Gespräch gebracht und alle Institutionen, vom Kindergarten bis hin zur Altenpflege, werden so vernetzt. Die lokalen Bündnisse bieten für alle Akteure Vorteile: Bewusstwerden des Themas und Erkennen seiner Relevanz für die örtliche Entwicklung, bessere Kommunikation zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und Bündelung von Initiativen und Ideen, ganzheitliche Betrachtung des Themas und Erschließung neuer Möglichkeiten (z.B. Sponsoring) sind hier wichtige Eckpfeiler. Im Zentrum der Arbeit stehen Nutzeffekte für Eltern, Jugendliche und alte Menschen sowie die beteiligten Institutionen, Firmen, Vereine und Kommunen.Konkrete Vorbilder sind hier beispielsweise die Gemeinde Wettenberg, die ein flexibles Betreuungsprogramm in den Kindergärten geschaffen hat oder die Stadt Gießen, die im Rahmen der Bündnisse für Familie ein Projekt für altersübergreifendes Wohnen initiiert. „Häufig sind es auch Kleinigkeiten, wie die Entwicklung einer Webseite, die Bürgerinnen und Bürger über Kindergärten und Betreuungsangebote informiert“, erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzenden der SPD, Karin Asmus. Die Stadträtin von Bündnis90/Die Grünen in Hungen, Andrea Krüger regt an „zukünftige Projekte der Stadt Hungen auch unter dem Aspekt, welche Auswirkungen auf die Familienfreundlichkeit zu erwarten sind, regelmäßig zu hinterfragen“. Der Parlamentsausschuß „Kultur und Soziales“ unter Leitung von Birgit Reichhardt soll die Federführung in diesem „Lokalen Bündnis für Familie in Hungen“ übernehmen und gemeinsam mit dem Hungener Bürgermeister Klaus Peter Weber nach den Sommerferien zu einem ersten runden Tisch einladen.
Dass die Stadt Hungen bereits in der Vergangenheit auf dem Feld der Familien- und Sozialpolitik Wegweisendes geleistet hat, unterstreichen Wolfgang Macht und Dr. Wilfried Lamparter. Beispielhaft nannten die beiden das breite Kinderbetreuungsangebot in der Gesamtgemeinde, das Jugendzentrum in Hungen, die Jugendräume in den Stadtteilen, die Einstellung eines Ausbildungslotsen, die Unterstützung der Familienberatungsgruppen im Kulturzentrum, die Vereinsförderung und die gerade neu evaluierte Seniorenarbeit der Stadt. All diese Arbeitsfelder sollen zusammengeführt und somit gestärkt werden. „Wir wollen mit diesem Lokalen Bündnis für Familie Hungen fit für die Zukunft machen“, so der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Macht von Bündnis 90 / Die Grünen.
Auch aus diesem Grund fand eine gemeinsame Sitzung der beiden Fraktionen im Kindergarten in Hungen statt, wo man sich aus erster Hand über die augenblickliche Betreuungssituation und die Neugestaltung der Außenanlagen des Kindergartens informierte. Der Hungener SPD-Vorsitzende Dr. Wilfried Lamparter zeigte sich tief beeindruckt von dem ehrenamtlichen Engagement der Elternschaft, die in Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Stadt Hungen und lokalen Firmen die Planung und Umgestaltung in Eigenarbeit vornimmt.
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