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1. Runder Tisch zum Thema Übergang "Schule - Beruf" in Hungen

Vor einigen Tagen trafen sich auf Einladung des Hungener Bürgermeisters, Klaus Peter Weber, und des Ausbildungslotsen Joachim Heusmann, 20 Vertreter der Hungener Wirtschaft, der Schulen, der Eltern und der Politik zum 1. Runden Tisch im Hungener Rathaus.

Der 1. Runde Tisch stand unter dem Motto "Nachwuchs und Arbeitgeber im Spannungsfeld der Erwartungen". Ziel des Treffens war das gemeinsame Erarbeiten von konkreten Vorschlägen zur mittelfristigen Verbesserung der Lehrstellensituation.

Die von Bürgermeister Klaus Peter Weber moderierte Veranstaltung war der erste Versuch, die Akteure zu einem Austausch an den Tisch zu bekommen. Dieser Versuch kann durchaus als gelungen bezeichnet werden.

In der regen Aussprache, eingeleitet durch ein Referat des Ausbildungslotsen Joachim Heusmann, wurden die anlässlich des Azubi-Tages am 12. Juli 2005 gemachten Erfahrungen der Firmenvertreter, Schulen und der Schüler(innen) ausgetauscht.

Einige Stimmen aus der Runde: Die Handwerker merkten an, dass die Arbeit in Privathäusern ein besonders gutes Benehmen der jugendlichen Auszubildenden erfordere. Die Schüler waren sehr über die Sorge und das Engagement der Erwachsenen an dem Abend verwundert und erfreut. Das Aussehen der Bewerbungen und die Rechtschreibfehler wurden von den Vertretern der Wirtschaft moniert. In dem Bewerbungsablauf wurde die Terminzuverlässigkeit, z.B. für Vorstellungsgespräche, beklagt. Die Pünktlichkeit der Lehrer, als Vorbild für die Jugend, war ebenso Anlass zur Kritik. Der Schule fehle häufig die Unterstützung der Eltern, als Partner im Erziehungsprozess.

Die Teilnehmer begrüßten die Einrichtung des Azubi-Tages ausdrücklich und sehen in ihm wichtige und gute Möglichkeiten, die unbedingt beibehalten werden sollten. Durch eine längerfristige Planung des Azubi-Tages könnte die Organisation und die Akzeptanz bei den Teilnehmern verbessert werden.

Darüber hinaus müsse angestrebt werden, dass der Azubitag Unterrichtsgegenstand werde und somit auch einer Bewertung unterliege. Für die Schüler(innen) müsse der Tag eine Pflichtveranstaltung werden und die Teilnahme sollte von den Betrieben bescheinigt werden. Man habe die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler, die sich ursprünglich für die Veranstaltung interessiert hatten, wieder abgesprungen seien, nachdem sie erfahren hatten, dass die Teilnahme freiwillig sei.

Weiter wurde angeregt, dass die schulische Ausbildung sich stärker an den Bedürfnissen der Ausbildungsbetriebe orientieren sollte. Genannt wurden z.B. die teilweise schlechten Mathematikkenntnisse.

In diesem Zusammenhang wurde die Forderung formuliert, dass die Lehr- und Lerninhalte der allgemein- und berufsbildenden Schulen aufeinander abgestimmt sein müssten.

Der Konflikt zwischen Schule - Eltern - Wirtschaft muss nach Ansicht der Akteure durch eine bessere Kommunikation verringert werden. So wurde u.a. beklagt, dass viele Eltern ein zu geringes Interesse an der schulischen und beruflichen Bildung ihrer Kinder zeigten. Die Schulen sollten daher die Eltern stärker einbeziehen.

Darüber hinaus muss, gerade im Real- und Hauptschulzweig, auch eine Berufsorientierung vorhanden sein. Bei dem einzelnen Schüler sollten persönliche Stärken heraus gearbeitet und verstärkt werden, denn nur Perspektiven erhöhen die Motivation.

Die Akteure des 1. Runden Tisches trennten sich nach dreieinhalb Stunden mit dem Versprechen, die Runde in jedem Falle fortzuführen. Es kann resümiert werden, dass in dem Austausch die zum Teil unterschiedlichen Positionen deutlich werden konnten und von allen Seiten die Bereitschaft signalisiert wurde, durch Kommunikation ein besseres gegenseitiges Verständnis zu bekommen und daraus auch die erforderlichen Schritte zur Verbesserung der Ausbildungssituation zu erreichen.

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