Ab Herbst beginnt in Hungen ein neues Zeitalter in Sachen Kinderbetreuung
Bürgermeister Weber berichtete auf Anfrage der SPD-Fraktion, dass erfreulicherweise für alle Kinder ab dem 3. Lebensjahr ein Kindergartenplatz in der Großgemeinde Hungen zur Verfügung steht.
Mit dem bereits bestehenden Angebot im Trais-Horloffer Kindergarten, die Aufnahme auf Kindern unter 3 Jahren auszuweiten, hat sich gezeigt, dass man mit diesem Angebot auf dem richtigen Weg ist. Die Nachfrage steigt ständig, betonte Bürgermeister Weber.In allen Kindergärten der Großgemeinde Hungens wurde deshalb zu Beginn des Jahres 2005 diese Nachfrage sowie die weiteren Wünsche der Eltern zu Öffnungszeiten und Betreuungsangeboten ermittelt, um rechtzeitig Planungen zu Beginn des neuen Kindergartenjahres vornehmen zu können. Die Auswertung sei sehr zeitaufwändig, aber sorgfältig und intensiv geschehen so Weber in seinen Ausführungen. Die Ergebnisse haben nun zu einem aktuellen Konzept der Kinderbetreuung für die gesamte Stadt Hungen geführt, das dem Stadtparlament zum Beschluss vorgelegt werden kann damit die Umsetzung zum 1.9.2005 erfolgen kann.
Die wichtigsten Punkte sind
- Neben dem bereits bestehenden Ganztageskindergarten im Stadtteil Inheiden soll an zwei weiteren Standorten eine ständige Ganztageseinrichtung erfolgen.
- Detaillierte Anpassung der Öffnungszeiten bei der Frühbetreuung und der verlängerten Betreuungszeit.
- Aufnahme von Kindern unter 3 Jahren in einem weiteren Kindergarten der Großgemeinde
- Ganztagsbetreuung in einem Kindergarten als Modellprojekt für zunächst 1 Jahr
- Nachmittagsbetreuung von Schulkindern ab 6 Jahren im Kindergarten Trais-Horloff
Bürgermeister Weber fügte an, dass mit diesen Beschlussvorlagen natürlich auch Veränderungen im Satzungsbereich erfolgen müssen und mit erweiterten Planungen beim Kindergartenpersonal einhergehen.
Weber führte aus, dass es heutzutage zwingend notwendig ist, sich gesellschaftlichen Bedürfnissen anzupassen. Der Trend zu Ganztageskindergärten werde immer stärker. Dieses Angebot sei von entscheidender Bedeutung für Alleinerziehende, aber auch um Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren zu können. Eltern sind zunehmend auf diese erweiterten Angebote, wie die Aufnahme von unter 3-jährigen Kindern, angewiesen. Mit diesen wichtigen Ergänzungen des bestehenden Angebots ist Hungen in Sachen Kinderbetreuung bestens aufgestellt. Wichtig wäre aber, dass zukünftig auch vermehrt Ganztagesregelungen für Schulkinder getroffen werden, damit für die Eltern eine verlässliche Ganztagesbetreuung nicht mit dem Eintritt der Kinder in die Grundschule endet.
Ungeachtet dessen ist der Bedarf an Tagespflege zu registrieren, die durch Tagesmütter individuell geleistet wird. Sie zeichnet sich durch flexible, dem tatsächlichen Bedarf angepasste Betreuungszeit und eine auf das Kind zugeschnittene Art der Betreuung aus. Der Landkreis Gießen bemüht sich stets in Anzeigen, Tagesmütter/väter und Kinderfrauen/männer für diese Aufgaben zu rekrutieren. Darüber hinaus hat sich neben anderen regionalen Zusammenschlüssen das "Netzwerk Tagespflege" der Städte Hungen und Lich im Jahre 2001 gebildet, um regional vor Ort intensiver arbeiten zu können. So wird Bürgermeister Weber in Kürze bei der Leitung unseres Netzwerks, dem Oberhessischen Diakoniezentrum Laubach, im Rahmen eines Auswertungsgesprächs die bisherige Arbeit beraten und die weitere Zusammenarbeit besprechen. Auch hier ist eine steigende Nachfrage zu beobachten. Allein in der Stadt Hungen ist im letzten Jahr ein Zuwachs von 10 auf 15 betreute Kinder zu verzeichnen. Weber verwies mit Stolz auf diese Entwicklung. Gleichzeitig brachte er zum Ausdruck, dass der Ausbau der Angebote an Tagespflegeplätzen, sowie die Qualifizierung und Vermittlung von Tagespflegekräften ihm in den letzten Jahren ein großes Anliegen war, wobei die Kooperation im "Netzwerk Tagespflege" eine fundamentale Hilfe darstelle und die Vernetzung mit bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen weiter forciert wird.
Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich, dass Hungener Kommunalpolitiker öffentlich Forderungen stellen, die in Hungen längst erfüllt sind. Die geschilderten Fakten zum Bereich "Netzwerk Tagespflege" zumindest hätten bekannt sein müssen: Der Hungener Haushaltsplan weist seit 2001 jährlich Haushaltsmittel für diese Einrichtung aus und wird regelmäßig vom Stadtparlament und den Ausschüssen diskutiert und beschlossen.
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