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Deutschland, eine Dienstleistungswüste?

(Leserbrief) Es mag sein, dass ich durch längere Aufenthalte im europäischen Ausland und den USA etwas verwöhnt bin, aber neulich habe ich beim Einkauf wieder etwas erlebt, das in diesen Ländern unmöglich wäre.

Da in vielen Läden die EC-Karte nur ab einen Betrag von mind. 10,- Euro eingesetzt werden darf, wurde mit viel Werbung, der betreffende Laden war daran ebenfalls beteiligt, die Geldkarte (ein Chip auf der EC-Karte, die bis maximal 200 Euro geladen werden kann) eingerichtet. Da ich selten Bargeld mit mir führe, wollte ich nun diese Geldkarte für einen Kauf unter 10 Euro benutzen. Unfreundlich wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass dies erst ab 10 Euro möglich sei. Trotz meiner versuchten Erklärung zum Unterschied von EC-Karte und Geldkarte (speziell entworfen und beworben für geringe Beträge) und den Hinweis, dass dieser Laden an der Geldkartenbezahlung teilnimmt, und meiner offensichtlichen Gehbehinderung musste ich nach Hause laufen um diesen geringen Betrag zu holen (es ging um 1,25 Euro).

So darf man sich nicht über Konsumzurückhaltung im Inland und vermehrte Einkäufe im benachbarten Ausland wundern, wenn man hier Service nur als kostengünstige Werbung und leere Versprechung nutzt, aber faktisch nicht lebt.

Uwe Breitstadt, Hungen

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