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Die „Villingener Zwiebel“ oder: mit was Hausierer aus diesem Dorf alles handelten

Im neuen regulären Villingener-Heft, das der heimatkundliche Arbeitskreis dieser Tage vorgelegt hat, ist der Hausierhandel der Bewohner dieses Ortes aus der Zeit ab 1837 ausführlich dargestellt. Da hören wir vom Handel mit Fleckkugeln, geschälter Hirse, Gurten aus Hanf, Kleesaaten, Sämereien – die den Villingener wohl ihren Spitznamen einbrachten - aber auch von Schiefertafeln, Schuhwichsen, Wetzsteinen und vielem mehr was Villingener Hausierer damals unter Land und Leute brachten, der Not gehorchend.

In einem weiteren Beitrag hören wir von einer „Süster“ Klara von Villingen, die zum Zeitpunkt der Reformation Insassin in einem Grünberger Kloster war und abgefunden werden sollte. Auch die Flurnamen der Villingener Gemarkung werden in einem Beitrag zusammenhängen dargestellt und, soweit dies möglich war, in ihrer Bedeutung erklärt.

Ein besonderer Artikel berichtet von der Wichtigkeit der Ziegenzucht, jener „Kuh des kleinen Mannes“. Hier wird an Hand von Originalunterlagen des örtlichen Ziegenzuchtvereins auch wieder ein Stück Zeitgeschichte lebendig, das heute so nicht mehr vorstellbar ist. Die Gerichtsbücher des Obergerichtes Villingen aus der Zeit von 1631-1684 bieten wieder Einblicke in Geschehnisse der Dörfer dieser Zeit. Wir erleben einige tatsächlich verhandelte Fälle vor diesem Gericht, die wir uns heute auch so kaum noch vorstellen können, bei anderen Fällen möchte man sagen: „nichts hat sich geändert“.

Gleichzeitig legt der HAK ein Sonderheft, eine Monographie, über den ehemaligen Bürgermeister von Villingen, Hermann Paul, vor. Dessen Lebensgeschichte stellt ein gutes Stück Zeitgeschichte dar, war er doch vielleicht auch ganz besonders ein Kind seiner Zeit. Die Kindheit und Jugend in Villingen, die Zeit bei der Reichswehr als Freiwilliger, Kriegsteilnahme als Offizier auf verschiedenen Schauplätzen Europas, Verwundung und danach die Nachkriegszeit und der Aufbau nach dem verlorenen Krieg. Als auch unsere Bevölkerung in Oberhessen teilweise an das „Vae victis“, „Wehe den Besiegten“ erinnert wurde, dass angeblich der Gallierfürst Brennus den Römern zugerufen hat, als er beim Wägen der Lösungssumme für seinen Abzug vor Rom, zu dem bedungenen Gewicht noch sein Schwert in die Waagschale legte. Dem Überlebenskampf bei uns folgte rasch der Aufbau, gerade dieser Aufbau ist mit dem Namen Hermann Paul in Villingen für immer verbunden, erinnert sei nur an den Bau des Dorfgemeinschaftshauses. So sind denn seine Lebensstationen vielleicht auch symptomatisch für viele Lebensläufe dieser Zeit.

Zu erhalten ist das neue Heft und das Bonusheft in den beiden Bankfilialen und in der Kirche in Villingen für einen Unkostenbeitrag von € 2,50, das Bonusheft wird an die Abonnenten der Villingener Hefte kostenlos abgegeben.

Bestellungen auch einzelner Hefte sind möglich über Telefon 06402 - 23 78 (Otto Rühl) (jeweils zuzüglich Versandkosten).

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