2. Oberhessischer Kirchentag im Villinger Seinbruch
Der 2. Oberhessische Kirchentag, den die evangelischen Gemeinden Villingen/Nonnenroth und Freienseen am Sonntag im Villinger Steinbruch veranstalteten, war sowohl für die Veranstalter als auch für die vielen Gäste ein voller Erfolg.
(tr) Als Motto des Kirchentages hatte man das Motto des Kirchentages aus Köln „Lebendig und kräftig und scharf“ ausgewählt. Lebendig war die Veranstaltung, so konnte man doch bereits zu Beginn am Sonntagmorgen rund 400 Besucher zum Gottesdienst willkommen heißen.![]() |
„Lebendig und kräftig und scharf so verstehen wir die Botschaft unseres Glaubens. Wir wollen diese Botschaft hinaustragen in unsere Welt, in unsere Region. Wir wollen nicht lamentieren, die Welt sei so schlecht und wir könnten nichts tun. Wir sagen nicht, wir haben den Glauben verloren. Glaube hat mit Freiheit zu tun, mit Hoffnung und wenn etwas von dieser Hoffnung an diesem Tag mit uns nach Hause geht, dann hat der Glaube eine Heimat gefunden in uns“.
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Gedanken zu Kirche und Gesellschaft stellten die Kirchenvorstandsmitglieder Ilona Zimmer-Alberdinger, Elke Heidenreich, Hartmut Lohrey und Gerhard Rupp in den Mittelpunkt ihrer Redebeiträge. Eigens für den Kirchentag getextet hatte die Mundartgruppe Querbeet ihre beiden Liedbeiträge „Wenn dich deine Kinder fragen“ und „Lebendig und kräftig und scharf“.
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Nach dem anschließenden Mittagessen waren es die Konfirmanden, die eine ganze Reihe von Fragen aufgelistet hatten, welche sie dem Kirchenpräsidenten in einer Art Kreuzverhör stellten. Fragen wie: „Was tut die Kirche gegen Erderwärmung und Klimakatastrophe“, „Ist es genug, was die Kirche dagegen tut, dass Reiche immer reicher und die Armen immer ärmer werden“, aber auch Fragen, die die Jugendlichen direkt betreffen, wie etwa zum Lehrstellenmangel oder zur Offenheit der Kirche gegenüber den Problemen der Jugendlichen unserer Zeit wurden gestellt.
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„Die Kirche und wir speziell als Landeskirche stellen uns den Problemen der Zeit und geben auch zahlreiche Anregungen, aber letztlich können wir nur darauf bauen, dass die Probleme, die die Gesellschaft und die Umwelt betreffen, von den Politikern und der Gesellschaft geändert werden. Was das Verhältnis Kirche und Jugend betrifft, sind wir bemüht, den Jugendlichen Angebote und Hilfestellung zu leisten“, betonte der Kirchenpräsident.
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Danach war es der Blues-Chor Laubach unter der Leitung von Hermann Wilhelmi, der die Kirchentagsbesucher mit ihren Liedern unterhielt.
Es folgte eine einmal etwas andere Fragerunde, in der Politiker Fragen an den Kirchenpräsidenten stellen konnten. Hieran nahm der Landtagsabgeordnete der SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, Johannes Grün, Synodaler der evangelischen Kirche Hessen-Nassau, und der Freienseener Pfarrer Dr. Ulf Häbel teil. Der Landtagspräsidenten der CDU, Norbert Kartmann, war an diesem Tag leider verhindert und konnte daher der Einladung zu der Veranstaltung im Villinger Steinbruch nicht Folge leisten.
„Was nimmt die evangelische Kirche mit vom Kirchentag in Köln?“, fragte Johannes Grün. Wir, so Steinacker, werden die Themen am Leben halten aber hier seien die Politiker gefordert, Themen wie Menschenrechte und Klimawandel einzufordern. „Mischt sich die Kirche zu wenig ein?“ meinte Grün, worauf Steinacker darauf verwies, dass sich die Kirche in tagespolitische Entscheidungen nicht einmische, „denn oft wissen wir es auch nicht besser“. „Muss sich die Kirche nicht stärker einmischen, wenn es um die Flüchtlingsfrage geht?“ fragte Thorsten Schäfer-Gümbel den Kirchenpräsidenten, der darauf antwortete, die Kirche habe hier nur begrenzte Möglichkeiten und könne nur daran appellieren, dass die Menschenrechte immer wieder eingefordert werden.
Das Thema Kirchenaustritte, die Zunahme der Freikirchen sowie das Angebot an die Jugend waren weiteren Fragestellungen und hierzu führte Steinacker aus, dass die Austritten seit einigen Jahren sich wieder gegen Null bewegen und, was die Freikirchen betreffe, haben diese kein Angebot, was der Kirche abträglich sei. Und die Kirche attraktiver für die Jugend zu machen, dafür gäbe es leider kein Patentrezept, denn die Kirche sei keine Partei, die um die Jugendlichen werbe, sondern nur das Wort Gottes bieten könne.
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