... und der Scharfrichter kam aus Villingen
Villingener Heimatkundler legen im Februar/März gleich drei neue Veröffentlichungen in ihrer Reihe "Villingener Hefte" vor.
Das Solms-Braunfelser BlutgerichtZunächst das reguläre Heft Nr. 13. Es berichtet von den früheren Rechtsgebräuchen unserer Heimat, so auch von dem Solms-Braunfelser Blutgericht und dessen Galgen in Hungen. Der Scharfrichter wohnte damals tatsächlich in dem heutigen Hungener Stadtteil Villingen. Den Spuren dieser Scharfrichter-Familien wird auf Grund der Kirchenbucheinträge von Villingen nachgegangen.
Weitere Themen des regulären Heftes sind: tatsächlich stattgefundenen Prozesse um Leib und Leben, Sittenbilder aus alter Zeit werden im Kapitel "Kirchenzucht" angesprochen, da ist man überrascht welche Einflüsse die Kirchensenioren auf das tägliche Leben der Dorfbevölkerung nahmen, vom Kartenspielen bis zu den Tanzvergnügen, für alles waren sie, oder fühlten sie sich zuständig. Neben weiteren Einzelbeiträgen zur Rechtssprechung werden auch tatsächliche Rechtsfälle, an Hand der Protokolle aus den alten Gerichtsbüchern des Obergerichtes Villingen, ins heutige Deutsch übertragen dargestellt und kommentiert. Das Obergericht Villingen war für die 4 Dörfer Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Röthges und Villingen zuständig.
Prof. Dr. Willi Ziegler, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
Das zweite jetzt vorgelegte Heft würdigt die Lebensleistung von Prof. Dr. Willi Ziegler, der in Villingen geboren wurde, hier aufwuchs und hier auch beerdigt wurde. In dem Heft wird dargestellt, wie ein Zeitungsjunge aus armen Verhältnissen in Villingen zu einem international angesehenen Wissenschaftler wurde. Der als Geologe, Paläontologe zuletzt Direktor der Naturforschenden Gesellschaft Senckenberg und damit auch des Senckenberg-Museums war. Dem für seine Bemühungen um das Weltkulturerbe, die Grube Messel, neben vielen internationalen Auszeichnungen das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen wurde.
Da werden dann die nicht ganz ernst gemeinten Fragen gestellt und beantwortet: "Gibt es in Villingen Ammoniten? Oder wussten Sie was Conodonten sind?"
Das 3. Heft stellt die Kirche im benachbarten Ort Nonnenroth vor.
Neben einer architektur- und kunsthistorischen Betrachtung der so malerisch gelegenen Kirche von Nonnenroth, berichtet das Heft auch über die Vorgeschichte, die geschriebene Geschichte und die Kirchengeschichte des Dorfes. Aber auch das Steinkreuz (Sühnekreuz) im Ort wurde nicht vergessen darzustellen.
Verfasser der Hefte, die jeweils rund 80 Seiten umfassen, ist der Heimatkundler Heinz P. Probst aus Grünberg-Queckborn; Dr. U. Kammer, Laubach hat dazu die alten Gerichtsprotokolle transkribiert und ins heutige Deutsch übertragen.
Zu erhalten sind das neue reguläre Heft, das Bonusheft und das Sonderheft Nonnenroth in den beiden Bankfilialen und in der Kirche in Villingen, das reguläre Heft und das Heft Nonnenroth für einen Unkostenbeitrag von jeweils € 2,50. Das Bonusheft wird an die Abonnenten der Villingener Hefte zu Sonderbedingungen abgegeben, alle anderen Interessierte können es aber auch zu den gleichen Bedingungen wie die übrigen Hefte erwerben. Die Hefte können auch per Post bezogen werden. Bestellungen bei Herrn Otto Rühl unter Telefon: 06402 - 23 78 (zuzüglich Versandkosten).
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