Die Hungener Stadtentwicklung nach dem Bau der Umgehungsstraße
Eine Podiumsdiskussion im Kulturzentrum "Alte Grundschule" mit Bürgermeister Klaus Peter Weber, Wolfgang Macht von den Grünen und dem Vorsitzenden des Hungener Gewerbevereins, Steffen Müller.
(Red.) Unter dem Motto "Hungen - eine attraktive Stadt im Horlofftal" stand die Podiumsdiskussion, zu der die SPD am Dienstag, den 7. Juni um 20 Uhr interessierte Bürger der Gemeinde in das Hungener Kulturzentrum eingeladen hatte. Mit mehr als hundert Personen war die Veranstaltung gut besucht und nach Vorstellung der Konzepte von SPD und Grünen fand eine engagierte Diskussion unter den Teilnehmern statt.![]() |
Nach einigen einleitenden Sätzen durch den Leiter der Diskussionsrunde, Herrn Schäfer-Gümbel, stellte Dr. Wilfried Lamparter, Vorsitzender der SPD Hungen, sein Programm zur Entwicklung der Hungener Innenstadt vor und betonte, dass der Beginn der Konzeptentwicklung seiner Fraktion bereits mehr als vier Jahre zurück liege und die folgenden Kernaussagen beinhalte:
- Der Durchgangsverkehr wird weitestgehend aus der Innenstadt verbannt.
- Fußgänger und Radfahrer stehen im Mittelpunkt der Planung.
- Das Schaffen von Plätzen zum Verweilen und zur Kommunikation ist erstes Anliegen.
- Die Innenstadt soll in erster Linie wieder dem Wohnen, Arbeiten und Einkaufen dienen.
Anschließend kam der Vorsitzende des Hungener Gewerbevereins, Steffen Müller, zu Wort:
Der Gewerbeverein beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit dem Konzept einer urbanen Innenstadt. Müller betonte, es sei wichtig zunächst einmal zu klären, wie Gelder eingesetzt werden und woher sie kommen. Vor allem müssten die Anwohner und Eigentümer von Immobilien und Geschäften in die Planung einbezogen werden. Aus diesem Grund wird der Gewerbeverein im Rahmen der diesjährigen Gewerbeausstellung im September eine Bürgerbefragung durchführen. Er persönlich favorisiere das Konzept einer Einbahnstraßenregelung, wie es derzeit von den Grünen und bereits zu Anfang der 90er Jahre - so der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins, Herr Heller - vom damaligen Bürgermeister der CDU und seiner Fraktion angestrebt wurde. Herr Müller wünschte sich vor allem, über die Fortschritte und Entwicklungen in der Planung permanent auf dem Laufenden gehalten zu werden.
Für Bürgermeister Klaus Peter Weber stand der pragmatische Teil und die Umsetzung im Vordergrund. Die Aufnahme in das hessische Finanzierungskonzept sei für ihn oberstes Anliegen. Sowohl die Kaiserstraße als auch die Gießener Straße sollen - ebenso wie auch die Bahnhofstraße und die Königsberger Straße - in das Konzept einbezogen werden. Bei der Neugestaltung müsse auch der derzeitige Zustand der Kanal- und Versorgungsleitungen berücksichtigt werden, um spätere kostenintensive Maßnahmen zu vermeiden.
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Wolfgang Macht, der bei der letzten Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Antrag für die Fraktion der Grünen eingebracht hatte, plädierte für einen Verkehrsversuch nach Fertigstellung der Umgehungsstraße. Unter gleichen Bedingungen sollen die Varianten "Einbahnstraße" und "Verkehr in beide Richtungen" geprüft werden. Auch er war der Ansicht, dass letztlich die Anwohner und Gewerbetreibenden der Hungener Innenstadt über das jeweilige Konzept entscheiden sollten.
Thorsten Schäfer-Gümbel, MdL der SPD in Hessen, der die Podiumsdiskussion leitete, fand abschließend lobende Worte für die Teilnehmer des Informationsabends. Gerade, wenn es um verkehrspolitische Entscheidungen gehe habe er noch nie eine so sachlich geführte und unaufgeregte Gesprächsrunde erlebt.
"Aufblühende Innenstadt als i-Tüpfelchen" im Gießener Anzeiger vom 10.6.2005.
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