Vom Bergwerk zum Solarpark
Stadt Hungen startet Vergabeverfahren für beispielhaften Photovoltaik-Park in Trais-Horloff - Investitionsvolumen auf 10 Millionen Euro geschätzt.
Auf der ehemaligen Bergbauhalde im Ortsteil Trais-Horloff soll nach dem Willen der städtischen Gremien der Stadt Hungen ein Solarpark entstehen. Dazu wurde jetzt der Startschuss für das europaweite Vergabeverfahren gegeben. Im elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union (EU) sind die Rahmenbedingungen für das so genannte Verhandlungsverfahren eingestellt. Interessierte Unternehmen können ab sofort die Ausschreibungsunterlagen anfordern. Gesucht wird nun ein Unternehmen, das den Solarpark selbst betreibt oder in Kooperation mit der Stadt Hungen errichtet und betreibt.Hintergrund ist, dass aufgrund des politischen Willens der Stadtverordntenversammlung der Stadt Hungen für den Eigenbetrieb „Stadtwerke Hungen“ ein Betriebszweig "Stromerzeugung mit Photovoltaik" in das Tätigkeitsgebiet aufgenommen wurde. In konsequenter Umsetzung dieses Geschäftsbereiches soll neben der Forcierung zum Bau von Dachanlagen für die Herstellung von Solarstrom ein Photovoltaik-Park auf dem städtischen Grundstück entstehen.
Im Bereich der Dachanlagen wurden sämtliche im städtischen Eigentum befindlichen Dachflächen durch externe Sachverständige auf eine Eignung zur Errichtung einer Photovoltaikanlage geprüft. Nach Auswertung konnte festgestellt werden, dass unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit 3 Dachflächen als geeignet anzusehen sind. Im Haushalt der Stadtwerke sind entsprechende Mittel vorgesehen. Die Betriebskommission wird nach Genehmigung des Haushalts die Maßnahmen beauftragen.
Der Ausschreibung für den Solarpark war eine Machbarkeitsstudie vorangegangen, die eine wirtschaftliche Umsetzung grundsätzlich für möglich hält. Darauf erarbeitete ein Projektteam die Konzeption und die Unterlagen für die Ausschreibung. Neben den Vertretern der Stadt gehören zu der Expertengruppe Dipl. Ing. Armin Uhrig von der Ingenieurgesellschaft Müller mbH aus Schöneck, die Vergaberechtsspezialisten Wolfgang Trautner und Christof Schwabe aus dem Frankfurter Anwaltsunternehmen SNP Rechtsanwälte, der Elektroplaner Rauschenberg Ingenieure aus Burghaun und der wissenschaftliche Betreuer Prof. Dr. Rehm von der Fachhochschule (FH) Gießen-Friedberg.
Das Besondere an der vorgeschlagenen Konzeption für das europaweit bekannt gemachte Verhandlungsverfahren ist, dass neben der Realisierung des geplanten Solarparks auch die Gründung einer gemeinsamen Betreiber-GmbH sowie die Betriebsführung im Wettbewerb angefragt werden. Bürgermeister Klaus Peter Weber freut sich darüber, dass Hungen mit dieser Vorgehensweise eine Vorreiterrolle für die Stärkung erneuerbarer Energien übernommen hat.
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