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Feuerwehrgroßeinsatz bei Brand im Milchwerk Hochwald in Hungen

Über 60 Feuerwehrleute, darunter 25 mit schwerem Atemschutz waren über mehrere Stunden bei einem Brand in den Milchwerken Hochwald in Hungen in der Nacht zum Donnerstag im Einsatz.

(tr) Kurz vor 0.19 Uhr war der Brand in einem Abzugsschacht im Trockenwerk in der Niddarer Straße ausgebrochen. Ursache war wohl der Brand eines Motors in einem Ventilator. Durch das Feuer war die Dachhaut durchgebrannt und die Flammen schlugen meterhoch in den Nachthimmel über Hungen.

Da in dem Betrieb auch nachts gearbeitet wird, erlitten drei Mitarbeiter des Trockenwerkes, in dem Milchpulver hergestellt wird, Rauchvergiftungen. Sie kamen mit einem Rettungswagen vorsorglich in die Asklepios-Klinik nach Lich. Da die Feuerwehrleute nur unter Atemschutz das Gebäude betreten konnten, wurden zur Verstärkung der Atemschutzgeräteträger auch die Wehren aus Langd, Inheiden, Villingen und Nonnenroth vom Einsatzleiter Stadtbrandinspektor Richard Pleyer nachalarmiert. Des Weiteren wurden die Feuerwehren aus Grünberg mit der zweiten Drehleiter und einem Löschpulveranhänger und die Feuerwehr Laubach mit der Wärmebildkamera nachalarmiert.

Um die eingesetzten Atemschutzgeräteträger mit frischen Atemluftflaschen auszustatten, wurde auch noch die Berufsfeuerwehr Gießen mit dem Atemschutz-Container angefordert. Schwierig, so der stellvertretende Kreisbrandinspektor Markus Leopold, gestalteten sich die Löscharbeiten, da kein Löschwasser eingesetzt werden konnte, weil dadurch die Gefahr einer Staubexplosion bestand. So musste man sich darauf beschränken mit Pulver den Dachbereich um den Abzugsschacht allmählich abzukühlen. Erst danach konnte der Abzugsschacht seitlich aufgeschnitten werden und die Einzelnen Brandnester entfernt werden.

Wie Pleyer mitteilte waren die Wehren bis gegen 4.00 Uhr im Einsatz. Erst dann konnten sie Zug um Zug die Einsatzstelle verlassen, da die Gefahr eines erneuten Brandes nicht mehr bestand. Das Großaufgebot der Feuerwehr - in der Niddarer Straße standen in einer langen Reihe die Feuerwehrfahrzeuge - lockten natürlich zahlreiche Anwohner zur mitternächtlichen Stunde zum Brandort, den Hochwald Milchwerken. Vor Ort waren auch Beamte der Gießener Kripo, die ihre ersten Untersuchungen zur Brandursachenermittlung aufnahmen.

Wie der Werkleiter der Hochwald in Hungen August Janssen auf Anfrage ausführte, werde die Produktion zumindest in der nächsten Woche bei rund 30 bis 35 Prozent der üblichen Produktionskapazität liegen. Zu der Höhe des Sachschadens konnte Janssen bisher keine Aussage treffen zumal noch die Kripo und die Versicherung vor Ort sind, die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen und die eigentliche Brandstelle noch nicht freigegeben sei.

Den drei Mitarbeiter, die bei dem Brand Rauchvergiftungen erlitten haben, ginge es den Umständen entsprechen gut. Sie seien aber noch zur weiteren vorsorglichen Beobachtungen in der Asklepios-Klinik in Lich, meinte Janssen.

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