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An einem Stück 780 Kilometer bis nach Hungen

Radsportler aus der französischen Partnerstadt Saint Bonnet warfen mit kulinarischen Pausen Zeitplan über den Haufen

(tr) Mit fast sechs Stunden Verspätung kamen Carsten Butteron und Carsten Beinecke mit ihren französischen Radlerfreunden aus der Partnerstadt Saint-Bonnet-de-Mure am Samstag in Hungen an, wo eine Menschenmenge das insgesamt 15-köpfige Team auf dem Marktplatz empfing.



Um 15 Uhr hatte die Gruppe um den Vorsitzenden des Radfahrvereins »Germania«, Carsten Butteron, in der Schäferstadt eintreffen wollen. Diese Vorgabe war aber nicht einzuhalten. Butterons Schwester Anke Erbeck machte es spannend: 17.30 Uhr werde es werden, später hieß es 20 Uhr – und letztlich war es fast 21 Uhr, als die »Fernfahrer« in die Stadt rollten und bereits in der Obertorstraße von einem Empfangskomitee beklatscht wurden, darunter etliche Frauen der französischen Radler, die bereits mit dem Auto nach Hungen vorgefahren waren.

Beifall dann auch am Marktplatz, wo Kindergartenkinder Willkommenschilder hochhielten. Zum Empfangskomitee gehörte natürlich Bürgermeister Klaus Peter Weber, der sich freute, dass die Radler die Marathonfahrt über 780 Kilometer gesund überstanden haben. Als Erinnerung gab es für alle Teilnehmer Urkunden und die Sonderausgabe einer Medaille, die 1996 zum 100-jährigen Olympia-Jubiläum herausgegeben worden war.



Glückwünsche übermittelte ferner der Vorsitzende des Hungener Partnerschaftsvereins, Josef Tonner. Die beiden Hungener Fahrer waren mit vier weiteren Sportlern aus Saint Bonnet am Freitag um 6.15 Uhr in der bei Lyon gelegenen Partnerstadt gestartet. Auf den ersten 100 Kilometern hatten sie weitere französische Radsportfreunde um sich. Abgesehen von einem platten Reifen kurz nach dem Start ging die von zwei Kraftfahrzeugen eskortierte Radtour ohne große Probleme über die Bühne. Im Hungener Begleitfahrzeug saßen Horst Butteron, Hartmut Wolf und Werner Thon. Unproblematisch auch das Wetter; einen dreiviertelstündigen Regenguss steckte man locker weg. Butteron bedauerte nur, mit seinem erst knapp zwei Monate alten Drahtesel technische Schwierigkeiten gehabt zu haben. Das ging nach Reparaturversuchen am Hinterrad am Ende so weit, dass er sich in Viernheim ein neues Fahrrad kaufen musste, um die Fahrt fortsetzen zu können. Er trug es mit Humor, zumal man schon mit sechs Stunden Verspätung in Viernheim eingetroffen war, wo weitere französische Radler warteten. Im nun 15-köpfigen Feld ging es ohne größere Stopps bis zum Ziel nach Hungen.



Während die Hungener für den Rad-Marathon nur eher kurze Pausen zum Getränkeaufnehmen eingeplant hatten, waren die französischen Freunde – was die Verpflegung betraf – anders an die Sache herangegangen: Sie bauten Tische auf und servierten mehrfach viergängige Menüs. Dies war dann mit ein Grund, dass man die Zeit nicht einhalten konnte. Erstaunt war Butteron über die Fitness seiner französischen Freunde, die allesamt um die 60 Jahre alt waren: »Chapeau!«

Bereits kurz nach der Ankunft ging der Blick nach vorn: Die Franzosen planen weitere Langstreckenfahrten. »Aber zunächst ohne uns«, meinte der alles in allem überglückliche Butteron. Ein Gutes hatte die Fahrt zusätzlich, so der Vorsitzende: Mit einer Spendenaktion wollen die Radler den Hungener Kindergarten unterstützen. Fotos: (tr)

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