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Riesenhuber kam zum Neujahrsempfang der CDU Hungen

Zum Neujahrsempfang hatte der Hungener Stadtverband der CDU wieder in das Längder Bürgerhaus eingeladen. Als prominenten Redner hatte der Vorstand Professor Dr. Heinz Riesenhuber gewinnen können.

(ivi) Der ehemalige Bundesminikster für Forschung und Technik unter Helmut Kohl ist auch heute noch als Bundestagsabgeordneter in Ausschüssen tätig. Er gehört sowohl dem Ausschuss für Forschung und Technik an als auch dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgeabschätzung.




Neben dem Redner begrüßte der Vorsitzende Joachim Heinzerling als Gäste unter anderen Bürgermeister Klaus Peter Weber, Stadtverordnetenvorsteher Helmut Algner, Regierungspräsident Wilfried Schmied und die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Christel Gontrum. Heinzerling ehrte einige langjährige Mitglieder. Seit 30 Jahren ist Josef Rautschka CDU-Mitglied. Michael Gontrum bringt es auf 25 Jahre, Jürgen Schneidmüller und Wolfram Bender sind 15 Jahre dabei und Carsten Brück 10 Jahre.



Heinzerling resümierte das abgelaufene Jahr und schnitt einige Projekte an, die für das Jahr zwei nach der Eröffnung der Umgehung geplant waren. Die Gewerbesteuerrückzahlung Ende des Jahres habe leider einiges zunichte gemacht. Nun habe man erst einmal eine Liste von 17 Vorschlägen für Einsparungen zu prüfen. Mit einem Aufruf zur Landtagswahl für eine Fortsetzung der erfolgreichen Politik von Ministerpräsident Koch schloss Heinzerling seine Ausführungen und bat Riesenhuber ans Rednerpult. Das ließ dieser jedoch hinter sich und wanderte mit dem Mikrofon durch den Saal. Die Fliege anstelle einer Krawatte ist Riesenhubers Markenzeichen. Wer deshalb einen trockenen wissenschaftlichen Vortrag erwartet hatte, wurde angenehm enttäuscht. Ohne einen Titel und ohne Konzept sprach er von Berlin bis Wiesbaden und auch einem Schlenker nach Hungen eine Vielzahl von Themen an. Dabei scheute er auch nicht vor Kritik an Politik und Politikern zurück. So wurde die Bemerkung „es soll hilfreich sein, wenn man von dem was man sagt auch etwas versteht“ mit verständnisvollem Schmunzeln aufgenommen. Auch der Bürokratie hat er den Kampf angesagt. „Sie ist das einzige, was von alleine wächst“, manchmal habe er den Eindruck, die Akzeptanz sei erst dann da, wenn man mindestens eine Verordnung auf den Weg gebracht habe. Schön wäre es, gleichzeitig zwei streichen zu können.



Nach zwei Jahren große Koalition in Berlin sei man wieder optimistischer geworden. Dies sei berechtigt, aber noch nicht zum Ausruhen. Die nach der Wahl schwierige Lage sei zunächst etwas gewöhnungsbedürftig gewesen, man habe aber sehr schnell gemerkt, dass auch die andere Partei nette Menschen und kluge Köpfe habe. Die wesentlichen Themen wurden herausgesucht und vieles auf den Weg gebracht, auch wenn nicht alles gelungen sei. Jetzt gelte es, den Aufschwung nachhaltig zu gestalten. Mit einer Million Arbeitslosen sei man ungeheuer viel weiter gekommen.

Viel Zeit räumte Riesenhuber dem Klimawandel ein. Er habe bereits 1980 darauf hingewiesen, sei aber auf taube Ohren gestoßen. Zwei Jahre später habe er als Minister das Thema von Amts wegen angestoßen, aber erst drei Jahre später sei das erste Forschungsprogramm zustande gekommen, international noch zwei Jahre später. Es sei Verdienst von Angela Merkel, dass das Problem endlich auch von Ländern wie USA, Russland und China ernst genommen würde.



Auf Hessen eingehend erwähnte er die Investitionen in die Infrastruktur, den lebenswichtigen Ausbau des Frankfurter Flughafens, die Schulpolitik und die Sicherheitspolitik unter Roland Koch. Die Kreditaufnahme des Landes sei nur halb so hoch wie die Zahlungen in den Länderfinanzausgleich. Der eingeschlagene Weg müsse beibehalten werden. Im Internet sei nachzulesen, was in der Regierungserklärung steht und was davon erreicht wurde. Riesenhuber befürchtet, dass bei entsprechender Konstellation Rot-Grün letztlich doch die Linke mit ins Boot nimmt und dann werde ihm Angst um Hessen.


„Politik ist nicht immer beglückend“, meinte Riesenhuber, „man muss den Willen haben etwas zu bewegen“ und im Hinblick auf das Thema Jugendkriminalität, man müsse Problemthemen aufgreifen, sonst landeten sie am Stammtisch. Er schloss mit dem Aufruf zur Wahl zu gehen und mitzuarbeiten und wurde mit Beifall verabschiedet.

Die Hiesbachlerchen unterhielten anschließend mit heimatlich-volkstümlichen Liedern während des Heringsessens. (Fotos:ivi)

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