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Das Kulturzentrum Hungen - eine Erfolgsgeschichte

Vor fast 18 Jahren fing alles an. Bei einigen engagierten Bürgerinnen und Bürgern wuchs die Erkenntnis heran, dass es in unserer Stadt einen großen Bedarf an Beratung gebe, ein entsprechendes Angebot vor Ort jedoch gänzlich fehlte. Und sie überlegten, wie man das wohl ändern könnte.

Am 14. September 1990 wurde dann der Verein mit dem schier unaussprechlichen Namen „Verein zur Förderung einer Stätte der Begegnung, Beratung und Kultur Hungen“ von 30 engagierten Bürgerinnen und Bürgern gegründet, die sich daran machten, das Projekt Kulturzentrum auf den Weg zu bringen.

Der Weg von der Vereinsgründung bis zur Eröffnung des Hungener Kulturzentrums am 26. August 2001 war lang und oftmals steinig, aber der Verein mit dem langen Namen hatte auch einen langen Atem. Er hat sich nicht entmutigen lassen.



Unzählige Gespräche mit Gleichgesinnten, mit Bürgerinnen und Bürgern von Hungen, Informationsstände auf dem Allerheiligenmarkt, Gespräche mit zwei Bürgermeistern und mit dem Magistrat, Briefwechsel mit der Stadt und mit dem Kreis, Besichtigungen von soziokulturellen Einrichtungen anderer Gemeinden, Besuche im Jugendzentrum Heuchelheim und im Psychosozialen Betreuungszentrum in Butzbach, Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit Politikern und mit Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zum Thema Kinder- und Jugendarbeit – all das hat nach und nach zu einem Gesinnungswandel auch in Hungen, zu immer mehr Unterstützung und damit letztlich auch zum Ziel geführt.



Die Alte Schule am Zwenger strahlt heute nicht nur in neuem Glanz, sie erfüllt auch eine neue und wichtige Aufgabe für unsere Stadt: Sie ist Begegnungs-, Beratungs- und Kulturzentrum für alle Hungener Bürgerinnen und Bürger – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Schritte auf dem Weg zum Ziel

Von Anfang an war als Gebäude die Grundschule am Zwenger im Gespräch gewesen. Schließlich war schon seit längerem ein Neubau geplant, und keiner wusste damals so recht, was dann eigentlich mit dem denkmalgeschütztem neoklassizistischem Schulgebäude aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts geschehen sollte. Der Verein wollte von Anfang an hier „ein Haus für alle“ schaffen. Schon 1991/92 wurde ein detailliertes Nutzungskonzept erarbeitet und beim Allerheiligenmarkt der Öffentlichkeit vorgestellt.

1993 dann zog die Grundschule in den Neubau im Grassee um. Das alte Schulhaus gehörte damals dem Kreis Gießen. Nun zur Entwidmung anstehend, konnte die Stadt Hungen das leerstehende, sanierungsbedürftige Gebäude wieder übernehmen. Über Sanierungskosten und die künftige Verwendung gab es unter den im Stadtparlament vertretenen Parteien und in der Bürgerschaft erregte Diskussionen. Nach längeren Verhandlungen war es dann am 14. Oktober 1994 so weit: Der Übergabevertrag mit dem Landkreis wurde unterzeichnet, und das alte Schulhaus ging kostenlos zurück an die Stadt Hungen.



Die Renovierung ging dann in den Jahren 1995 bis 1997 relativ zügig voran und die Kleinsten waren die ersten, die wieder einzogen: Bereits 1994 fand die „Flohkiste“ ihr Domizil am Zwenger in der ehemaligen Hausmeisterwohnung unter dem Dach. Seit 1996 ist dann im Kellergeschoss ein Jugendzentrum mit Internetcafé entstanden. Inzwischen wurde auch eine Gemeindepädagogin eingestellt, die u.a. für die Betreuung der Jugendlichen zuständig ist. 1997 konnte die Stadtbücherei aus den allzu engen Räumen in der Bahnhofstraße in neue helle Räume in der Alten Schule umziehen. Die ersten Beratungsangebote wurden eingerichtet: Die Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle Laubach und die Grünberger Jugend-, Drogen-, Sucht- und Erziehungsberatung konnten seit Oktober 1996 nachmittags auch in Hungen in den Räumen der Betreuten Grundschule aufgesucht werden, bevor ab 1999 im ehemaligen Rektorzimmer erstmals ein eigener Raum zur Verfügung stand.

Heute nun gibt es im ehemaligen Garagenanbau des neuen Kulturzentrums einen eigenen Beratungsbereich mit einem Angebot, das je nach den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger noch ausbau- und erweiterungsfähig ist. Die ProFamilia Hungen ist eine Außenstelle des ProFamilia Beratungszentrums in Gießen und hat seit dem Jahr 1999 ebenfalls hier regelmäßig eine Sprechstunde eingerichtet.



Für die Zukunft ist geplant die Beratungsangebote (z. B. Schuldnerberatung, Kinderschutzbund) zu erweitern und die Einrichtung von verschiedenen Selbsthilfegruppen zu unterstützen. Ebenfalls denkbar ist die Einrichtung eines Seniorencafés – nicht zuletzt, um das Kulturzentrum auch zu einer Begegnungsstätte von Jung und Alt werden zu lassen.

Veranstaltungs- und Vereinsräume in den beiden Obergeschossen ermöglichen eine vielfältige Nutzung. So finden, organisiert vom Kulturkreis Hungen, regelmäßig gut besuchte kulturelle Veranstaltungen im Kultursaal statt.

Verschiedene Vereine nutzen heute regelmäßig die Räumlichkeiten. Auch die Betreute Grundschule „Flohkiste“ hat immer noch ihr festes Domizil im Dachgeschoss. Und für weitere Vereine, Gruppen und Initiativen ist noch Platz.

Weitere Ziele

Eine wunderschöne Stätte der Begegnung, Beratung und Kultur in Hungen wurde geschaffen. Und die neuen Räume in der alten Grundschule haben nach der Renovierung die Erwartungen von vielen in manchem sogar noch übertroffen. Jetzt geht es darum, unser Kultur- und Beratungszentrum auch auf Dauer mit Leben zu füllen. Ein wichtiger Schritt hierzu wurde kürzlich gemacht. Es ist beabsichtigt, sich um ein "Mehrgenerationenhaus" für den Kreis Gießen zu bewerben.

Eine erste Unterredung fand in der vergangenen Woche mit Hungens Bürgermeister Klaus Peter Weber statt, der den Vorschlag bei der nächsten Magistratssitzung einbringen wird. Auch diese Initiative ging einmal mehr vom „Verein zur Förderung einer Stätte der Begegnung, Beratung und Kultur“ aus. (Fotos: K. D. Wildhack)

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