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Auch in Hungen gibt es jetzt ein "Lokales Bündnis für Familien"

Auf ein so großes Interesse in der Hungener Bevölkerung hatte keiner der Initiatoren zu hoffen gewagt. Mehr als 120 Gäste waren an diesem Abend der Einladung zur Auftaktveranstaltung in der Hungener Stadthalle gefolgt.




Sowohl Bürgermeister Klaus Peter Weber als auch Stadtverordnetenvorsteher Helmut Algner zeigten sich begeistert über das große Interesse in unserer Gemeinde. Neben der Vorsitzenden des Parlamentsausschusses für Kultur und Soziales, Birgit Reichhardt, waren es Andreas Lauterbach sowie die Gemeindepädagogin Sabine Nickel, die die Moderation der Auftaktveranstaltung übernommen hatten.



Ziel der Gründungsveranstaltung war es, gemeinsam mit Schulen und Kindergärten, Vereinen, Kirchen, sozialen Einrichtungen, offiziellen Vertretern und Vertreterinnen der Gemeinde Hungen sowie Bürgerinnen und Bürgern einen Überblick über die aktuelle Jugend-, Familien- und Seniorenpolitik zu erhalten, gemeinsam Chancen und Stärken der Stadt Hungen zu finden und Arbeitsgruppen ins Leben zu rufen, die zukünftige Projekte initiieren.



Worum es bei diesem Bündnis geht, veranschaulichte den anwesenden Gästen in einem einführenden Referat die ehemalige Bundesvorsitzende von Pro Familia, die die Veranstalter für diesen Abend gewinnen konnten. Familienforscherin Frau Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität und Mitglied der Sachverständigenkommission zur Erstellung des 7. Familienberichts der Bundesregierung, stellte ihren Vortrag unter den Titel "Familien als Investoren in Kommunale Netzwerke".



Und die Fakten, die sie vorzutragen hatte, konnten von der Notwendigkeit einer gemeinsamen Anstrengung zur Familienförderung in unserem Land überzeugen. Waren in Deutschland im Jahr 1970 noch mehr als 1 Million Geburten zu verzeichnen, reduzierte sich diese Zahl im Jahr 2005 auf nurmehr 650 Tausend. Damit nehmen wir in Europa einen beschämenden letzten Platz ein. Und gerade unter den gebildeteren Schichten ist heute die Kinderlosigkeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel: 62 Prozent aller Akademikerinnen zwischen 30 und 35 Jahren haben keine Kinder.

Dieser geistigen Elite fehle somit letztlich die Erfahrung und Kompetenz, um als Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft die Weichen für unsere gesellschaftliche Zukunft zu stellen. Ziehe man dann noch das bildungspolitische Ziel in Betracht, dass zukünftig 40 Prozent aller Schulabgänger ein Studium aufnehmen sollen - heute stehen wir mit 22 Prozent am Ende der Skala in Europa -, so werde man schon bald bei uns in Deutschland vor einem großen Problem stehen.



Als Fazit bleibt, dass es darum gehen muss, einen geeigneten Rahmen zu schaffen, der es gerade auch Frauen in unserer Gesellschaft ermöglicht, Studium bzw. Beruf und Kinder miteinander zu vereinbaren. Eine Gemeinde wie Hungen wird in Zukunft nur dann für Familien wirklich attraktiv sein können, wenn es ihr gelingt, entsprechende Angebote zu schaffen. Es sind also Ideen gefragt, wie man unseren Ort für Familien noch attraktiver machen kann. Hungen verfügt ja mit seinen Kindergärten und Betreuungseinrichtungen, seinen Schulen und Freizeitangeboten für junge als auch alte Menschen bereits über eine gesunde Basis. Diese in Zukunft noch auszubauen und zu erweitern wird eine zentrale Aufgabe des lokalen Bündnisses für Familien sein.

Dass die an diesem Abend in der Hungener Stadthalle Anwesenden "verstanden hatten", zeigte sich im Anschluss an den Vortrag. Das Angebot, an den aufgestellten Tafeln eigene Anregungen zu den Themen "Senioren", "Kinder", "Jugend", "Kommunikation" und "weitere Ideen" anzubringen, wurde reichlich genutzt. Im Januar wird man sich dann wieder bei Arbeitstreffen zu den einzelnen Themenkreisen zusammenfinden.

Wir alle sind zu einer Beteiligung an diesem Bündnis aufgerufen. Informationen dazu erhalten Sie Im Internet unter der Adresse www.buendnis-hungen.de oder telefonisch bei Sabine Nickel 06402 - 85 40 bzw. per eMail an: snickel@hungen.de

Einen Beitrag zur Auftaktveranstaltung am Dienstag, den 12. Dezember, finden Sie hier in der Online-Ausgabe des Gießener Anzeigers: "Großes Interesse am Bündnis für Familie"

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